Sonntag, August 27, 2017

Jodi Picoult: Bis ans Ende der Geschichte

Dieser Roman der amerikanischen Schriftstellerin erschien 2013 unter dem Titel The Storyteller in den USA. Seit 2015 liegt die deutsche Übersetzung vor. Was die Romane Picoults besonders auszeichnen, sind die Perspektivenwechsel, die sie innerhalb der Story vornimmt. Verschiedene Protagonisten sprechen jeweils von sich her auf die Situation und lassen die Handlungen vielschichtig und lebendig werden. In diesem Roman sind die Personen Sage, eine junge Frau, Minka, ihre Grossmutter, Josef, ein alter Freund, und Leo, ein Anwalt, der bei einer Ermittlungsbehörde arbeitet. Die Themen dieses Buches sind der Holocaust, Schuld, Strafe, Sühne, Gnade, Vergebung und natürlich Beziehungen. Picoult erspart einem beim Lesen kaum etwas, in ihren Romanen kommen sowohl die schönsten Lebensmomente und schwierigsten Erfahrungen vor. Und in diesem Roman sind die schwer ertragbaren und unverarbeitbaren Lebenserfahrungen von Holocaustüberlebenden ausgedehnt. Trotzdem gibt die Autorin in der Stimme eines Priesters eine Art Fazit auf den Seiten 543 und 544 weiter: ... Aber er (der Täter) verdient es, dass du (Opfer) ihm vergibst, weil er ansonsten wie Unkraut in deinem Herzen wachsen wird, bis es erstickt und davon überzogen ist. Die Einzige, die leidet, wenn du diesen ganzen Hass hortest, bist du... Du (Täter) bist nicht wichtig genug, mich (Opfer) im Würgegriff zu halten. Du wirst mich nicht in der Vergangenheit gefangen halten. Ich bin es wert, eine Zukunft zu haben.

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Sonntag, Oktober 05, 2014

Hotel der Zukunft

Als Hotelier interessieren mich auch Entwicklungen und Trends in unserer Branche. So bin ich auf das informative und überzeugende Papier „Hotel der Zukunft“ auf der folgenden Homepage gestossen: https://www.hotelleriesuisse.ch/files/pdf6/Hotel_der_Zukunft._Die_wichtigsten_Chancenmaerkte_der_oesterreichischen_Hotellerie_2009.pdf · Hotel als „Hotspot“ und temporäre Heimat: Arbeit und Freizeit vermischen sich zunehmend, so dass nicht mehr wichtig ist, ob jemand geschäftlich oder privat unterwegs ist, sondern dass diese Person sich im Moment an einem bestimmten Ort und Umfeld wohl fühlt (und wieder dorthin kommen will) · Erlebnis- und Lebensqualität: Zeit gilt heute und morgen mehr als Luxus als materielle Werte. Hotels mit Charme und stimmiger Atmosphäre werden mehr gefragt sein als anonyme, beliebig austauschbare Angebote, die keinen einmaligen und nachhaltigen Eindruck hinterlassen können · Gesundes Selbst und Selfness: Auszeiten und Zeiten der begleiteten Selbstreflexion werden stärker nachgefragte Reiseformate. Dazu braucht es aber angepasste Räumlichkeiten und Einrichtungen und vor allem Gastgeber und Mitarbeitende, die auf solche Kunden individuell und positiv eingehen können · Hotel wird zur Destination: Angebote und Design werden bestimmender als Geografie und Ort. Deshalb wird ein attraktiver Marktauftritt und eine ehrliche Kommunikation so bedeutungsvoll · Reisen beginnt vor dem Aufenthalt: Eigene Informationsbeschaffung, Austausch mit andern Usern und Vergleichsmöglichkeiten sind üblich geworden. Das beeinflusst kundenorientiertes Marketing und transparente Information und Kommunikation von Hotels und andern Anbietern enorm · Bewusste Nische statt anonyme Masse: Kunden und Reisende erwarten, dass ihre individuellen Bedürfnisse ernstgenommen und erfüllt werden; dafür reichen standardisierte und kategorisierte Angebote oft nicht mehr aus. Sie sind zwar die Basis für ein gutes Angebot, brauchen jedoch zusätzlich unterstützende Dienstleistungen (Support) und emotionale Zuwendung (Emotion, „Love“) Fragen zu den Thesen „Hotels der Zukunft“: · Stimme ich diesen sechs Thesen zu? · Wenn ja, warum und in welcher Gewichtung und Priorität? · Wenn nein, warum und habe ich alternative Vorschläge und Thesen?
Zeitgemässes Stadthotel in Leipzig

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Sonntag, September 25, 2011

Adolf Pohl: Die Offenbarung des Johannes.


Im Rahmen der Wuppertaler Studienbibel wurde dieses Werk 1983 publiziert. Nicht alle Teile dieser Studienbibel sind so informativ wie die von Adolf Pohl. Der Autor, der norddeutsche evangelische Theologe, geht gründlich und tiefgreifend an die Thematik heran. Er sieht in der Offenbarung göttliche Bilder der Zukunft, aber zu Recht keinen vollständigen Plan. Sie kann nur richtig verstanden werden, wer ein Verständnis für Leiden aufbringen wird, denn mit Tränen wurde sie geschrieben!
Die erste historisierende Auslegung geschah bereits durch Viktorin von Pettau, der 303 starb. Der Pietist Johann Albrecht Bengel meinte auch, einen Abriss der Weltgeschichte mit fixem Ende zu sehen, wovor Pohl jedoch abrät und warnt.

Gott gehört alle Macht, der sie aber auf Jesus Christus, den Menschensohn und das Lamm, überträgt, der nun das Geschehen zusammen mit den Engeln bestimmt. Hier sieht man auch Aehlichkeiten mit dem Johannesevangelium, besonders in der Beziehung von Vater und Sohn.
Und der Sohn hat uns auch erlöst durch sein Blut (1,4 & 5,9). Pohl erklärt sehr gut, was das bedeutet, nämlich Freikauf, das ein rechtliches und persönliches Geschehen zum Heil ist. Diese beiden Aspekte sind zu beachten, gerade auch bei der Sünde und deren Folgen. Das ist auch der Grund für den „zornigen“ Gott (Beziehungszerfall, Feindschaft) und den verfluchten Acker (Sachzwänge, Verwirrung, Verwüstung & Zerstörung). Er plädiert auch dafür, die Opfersprache nicht aufzugeben, sondern sie gut zu erläutern, denn es geht nicht nur um Tötung, sondern um das „redende“ Blut (Heb 12,24), das zur Sühnung verwendet wurde. Jesus dagegen wurde nicht ausgeblutet wie ein Opferlamm, denn bei der Geisselung floss sogar mehr Blut als bei der Kreuzigung selbst, die erst noch ausserhalb des Lagers (Heb 13,13) stattfand, an einer kultisch unreinen Stätte und im Rahmen einer Gruppenhinrichtung. Jesus war am Kreuz also nicht nur Opfer, sondern auch noch unser Priester!

Bei den Sendschreiben, bei denen es auch um das Verhältnis zu Andersgläubigen und deren Götter, Fruchtbarkeitskulte und die damit zusammenhängende Sexualisierung geht, zitiert Adolf Pohl C.G. Jung, der dazu 1925 meinte: „Wenn man sich einmal einen Eindruck geholt hat vom Sexualgehalt antiker Kulte, wundert man sich nicht, dass sich das ursprüngliche Christentum mit grösster Energie von aller Natur- und Triebhaftigkeit und insbesondere durch seine asketische Tendenz von der Sexualität abgewandt hat. In einer Zeit, wo ein Grossteil der Menschheit anfängt das Christentum wegzulegen, lohnt es sich wohl, klar einzusehen, wozu man es eigentlich genommen hat. Man hat es genommen, um der Rohheit und Unbewusstheit der Antike zu entkommen. Legen wir es weg, so steht schon wieder die ursprüngliche Rohheit da, von der wir uns ja die zeitgenössische Geschichte einen nicht mehr überbietenden Eindruck gegeben hat.“

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Dienstag, Februar 22, 2011

Deutschland schafft sich ab

Das meistverkaufte Sachbuch seit dem Zweiten Weltkrieg ist "Deutschland schafft sich ab. Wie wir unser Land aufs Spiel setzen". Es wurde von Thilo Sarrazin geschrieben und ist in der Deutschen Verlags-Anstalt München, im Sommer 2010 unter der ISBN-Nummer: 978-3-421-04430-3 erschienen.


Zum Autor und seinen Thesen:
Thilo Sarrazin wurde 1945 geboren, wuchs in Westfalen (Recklinghausen) auf, ist verheiratet mit einer Lehrerin, hat zwei erwachsene Söhne und lebt heute in Berlin. Durch die Veröffentlichung obgenannten Buches ist er zu einem prominenten Kritiker im deutschen Sprachraum geworden. Der Fachökonom, Spitzenbeamte und SPD-Politiker hat mit seinem 461seitigen, akribisch recherchierten Werk zu Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Deutschlands für breites Aufsehen, Aufregung und Wirbel gesorgt. Er war zudem Finanzsenator in Berlin 2002-09 und im Vorstand der Deutschen Bahn Netz AG und der Deutschen Bundesbank. Dadurch hatte er Einblick in verschiedenste Bereiche der deutschen Gesellschaft, Politik und Wirtschaft genommen. Diese Erfahrungen, sein scharfes Denken und profundes Wissen liessen ihn Zusammenhänge erkennen, Wertungen formulieren und Schlüsse ziehen. Sarrazin ist nicht der erste, der sich kritisch zur heutigen Lage Deutschlands äussert, aber er scheint mir dies recht umfassend, gründlich und auch mit Zivilcourage zu tun. Diese Haltung kommt bereits im ersten Satz der Einleitung zur Geltung: „Alle politische Kleingeisterei besteht in dem Verschweigen und Bemänteln dessen, was ist. Ferdinand Lasalle“ Er zeigt also Entwicklungen in Deutschland auf, die ungünstig verlaufen und dramatische Folgen haben werden:
· starker Geburtenrückgang seit 40 Jahren, besonders der Gebildeten, führt zu Intelligenzverlust, Abnahme der Bevölkerung und Vergreisung der Gesellschaft (2020 wird Wirtschaftswachstum enden; 2050 werden 50% über 65 Jahre alt sein, die Renten werden über 25% der Wirtschaftsleistung brauchen)
· ungesteuerte Migration ist und wird noch stärker zur sozialen Belastung
· das deutsche Sozialsystem untergräbt Eigenverantwortung und Arbeitsleistung
· bildungsferne Eltern vernachlässigen ihre Kinder häufiger als Gebildete



Zur Einwanderung:
In den 60er Jahren kamen die Südeuropäer (Italiener, Spanier, Portugiesen und Griechen) nach Deutschland, sie sind heute assimiliert oder in ihre Ursprungsländer zurückgekehrt. Danach kamen die sprachbegabten Osteuropäer, die heute auch weitgehend eine unproblematische, assimilierte Gruppe sind. Auch Einwanderer aus Indien und Fernost sind meist gut integriert und zudem überdurchschnittlich gebildet und leistungswillig. Die Aussiedler (Deutsche, die aus dem Osten zurückgekehrt sind) werden oft in der zweiten Generation integriert. Schwierigkeiten gibt es vor allem mit Afrikanern, Arabern, Türken und Jugoslawen, dies weist Sarrazin auch mit Hilfe von diversen Bildungs- und Sozialstatistiken nach. Dieses Integrationsproblem beschleunigt den Niedergang eines guten Bildungsstands. Vor allem im Anteil an den sogenannten MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) liegt Deutschland innerhalb Europas inzwischen weit zurück. An der Spitze liegt Finnland, das mehr als einen doppelt so hohen Anteil Studierender in diesen Bereichen aufweist. Quantität und Qualität der MINT-Absolventen erachtet Sarrazin als entscheidend für Fortschritt und Wohlstand eines Landes.


Zur Grundsicherung durch das Sozialsystem:
Der hohe Lebensstandard und die hohen Sozialtransfers in Deutschland fördern Migration und Familiennachzug von Afrikanern, Arabern und Türken, ohne dass sich diese wirklich um Arbeit und Integration bemühen müssen. Es findet eine sogenannt „negative Auslese“ statt, und Parallelgesellschaften sind bereits entstanden.
Sarrazin plädiert dagegen für eine Kultur der Anstrengung (statt der Hängematte) wie es Nordamerika und Australien vormachen. Es müssen Arbeitsanreize geschaffen werden, indem auch niedrige Arbeit attraktiver gemacht und besser entlohnt wird. Die Mindestlöhne sind eher anzuheben, die Grundsicherung dagegen ist gezielt abzusenken, aber die Anrechnung von Praktikas, Aushilfs- und Teilzeitjobs müssen sich unbedingt lohnen und daher verbessert werden. Grundsicherung für Erwerbsfähige sollte es nur noch geben mit Bedingungen (Zuverlässigkeit, Sprachkurse) und gegen Gegenleistung (gemeinnützige Arbeit).


Zur Bildung:
Sarrazin zeigt auch hier anhand eigener Erfahrungen auf, wie wichtig Bildung und Lernen bis anhin waren und noch heute sind. Er plädiert für eine erneuerte Bildungskultur, die entwicklungsbedingte Zeitfenster und altersgerechtes Lernen besser beachten. Gerade bei den Symbolfunktionen (nach dem Schweizer Kinderpsychologen Remo H. Largo), zu denen Lesefähigkeit, Textverständnis, mathematisch-analytische Fähigkeiten und räumliches Vorstellungsvermögen gehören, ist dies äusserst wichtig, damit möglichst viele diese Kompetenzen später als Erwachsene auch wirklich beherrschen werden. Auch die soziale Kompetenz ist für Kinder notwendig: Wenige Erwachsene, die tragfähige Beziehungen zum Kind haben, fördern und beflügeln dessen Motivation und Lerneifer. Sie bieten ihm Geborgenheit, Annahme, Wertschätzung, Zuwendung und auch Forderungen. Das Klassenlehrersystem ist daher wieder zu bevorzugen.
Gebildete Eltern erziehen in der Regel besser als ungebildete, weil sie die Kinder in der Schule unterstützen, Orientierungswissen geben und Lesefähigkeit und Textverständnis fördern. Bildungsferne Eltern dagegen sollten angeleitet und kontrolliert werden, ob sie Ernährung und Pflege ihrer Kinder sachgemäss durchführen. Krippenbesuch wäre in diesen Fällen sehr empfehlenswert, Kindertagesstätten ein Muss.
Für alle Kinder vorteilhaft sind:
· Ganztagesschulen (inklusiv Mahlzeiten und Aufgabenhilfe)
· Schuluniform
· Medienkonsum drastisch einschränken
· Kernkompetenzen (lesen, schreiben, rechnen) stärken
· Schulpflicht wird durchgesetzt
(bei Schwänzen sollten Eltern gebüsst werden)

Leistungsschwache Schüler sollten nach dem Erwerb der Kernkompetenzen vermehrt praktische Fächer besuchen und erlernen, um eine reelle Zukunftschance zu erhalten. Begabte Jugendliche sollen in andern Fächern angeregt und gefördert werden. Die Schulen sind noch zu unterschiedlich bezüglich Einsatz und Effizienz ihrer Mittel, deshalb sind Rankings weiterhin sinnvoll und gute Schulen sind zu fördern und zu belohnen.


Zu Integration und Assimilation:
Sarrazin hat klare Vorstellungen über die Identität und Kultur Deutschlands. Auf Seite 308 schreibt er: „Für mich ist es wichtig, dass Europa seine kulturelle Identität als europäisches Abendland und Deutschland seine als Land mit deutscher Sprache wahrt... Dieses Europa der Vaterländer ist säkular, demokratisch und achtet die Menschenrechte.“
Für ihn sind Integration und Assimilation als Begriffe fast nur Scheingegensätze, denn es geht bei beiden darum, die Gesetze des Gastlandes zu respektieren. Zuwanderung sollte zurzeit nur noch für Spezialisten möglich sein, so wie es in Nordamerika und Australien gehandhabt wird. Assimilation versteht er in Anlehnung an Hartmut Esser gestuft:
· kulturelle Assimilation: deutsche Sprache lernen
· strukturelle Assimilation: für Gesellschaft nützlich sein
· soziale Assimilation: Beziehungen zu Deutschen pflegen
· emotionale Assimilation: Identifikation mit Deutschland und deutscher Kultur



Zur problematischen demografischen Entwicklung:
Alterung und Schrumpfung werden zu grossen Veränderungen und Problemen führen. Die Alterung der Erwerbstätigen senkt Innovation und Produktivität der Wirtschaft. Die zu niedrige Geburtenrate (1,4 statt 2,1 pro Frau) lässt die nächsten Generationen deutlich bis dramatisch schrumpfen. Mit der niedrigen Fruchtbarkeit der Gebildeten (ca. 1,1 pro Frau) verringere sich auch die Intelligenz, denn laut Sarrazin seien 50-80% der menschlichen Intelligenz erblich. In Deutschland seien die Fremden, die Frommen und die Bildungsfernen überdurchschnittlich fruchtbar. Für die Schweiz ist dies nachgewiesen, in Deutschland fehlen leider statistische Angaben. Im Falle der muslimischen Migranten sind die drei Gruppen weitgehend deckungsgleich (Seite 372).
Gleichzeitig schrumpft die gebildete deutsche Bevölkerung, der demografische Niedergang setzt ein, er wird aber noch mehrheitlich verdrängt und ausgeblendet. Herwig Birg und der schwedische Soziologe Gunnar Myrdal haben aber längst über diese Sachverhalte und Mechanismen wissenschaftliche Aussagen gemacht.
In Deutschland gebe es falsche finanzielle Anreize durch die Politik. Sarrazin würde dagegen das generelle Kindergeld senken, gezielter für grössere Familien verwenden und die freigewordenen Mittel in Ganztagesschulen mit Mahlzeiten investieren.


Zum Schluss:
Sarrazin wiederholt gegen Ende des Buches nochmals seine Grundsätze in Form zweier kurzer Setzungen (auf Seite 391):
1. Jeder Staat hat das Recht, darüber zu entscheiden, wer in das Staatsgebiet zuziehen darf
2. Die westlichen und europäischen Werte und die jeweilige kulturelle Eigenart der Völker sind es wert, bewahrt zu werden


Und sollte dieser Warnruf wenig oder nichts fruchten, so schreibt er auf Seite 393: „Deutschland wird nicht mit einem Knall sterben. Es vergeht still mit den Deutschen und mit der demografisch bedingten Auszehrung ihres intellektuellen Potentials.“
Es ist zu hoffen und zu wünschen, dass dieser Ruf nicht nur in Deutschland gehört und verstanden wird, denn er gilt für die meisten europäischen Länder, gerade auch für die Schweiz! Dringend und schnell müssten grundlegende und weitgehende Veränderungen in Migrations-, Familien-, Bildungs-, Wirtschafts- und Sozialpolitik eingeleitet werden, damit Europa nicht in Richtung Bedeutungslosigkeit, Armut und Chaos abdriftet. Dass es dazu aber auch einer klaren geistigen Verankerung und Verwurzelung in Gott braucht, dessen ist sich Sarrazin leider noch zu wenig bewusst. Jedenfalls schreibt er wenig dazu, ausgenommen sind ein paar kurze Verweise auf die deutsche Geschichte, in der dies der Fall war!

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Samstag, Mai 19, 2007

Udo Ulfkotte: Heiliger Krieg in Europa

Seit letzten Herbst bin ich zunehmend sensiblisiert auf die Islamisierung Europas. Dazu geführt haben mich Klaus Berger, Heinz Gstrein und Udo Ulfkotte. Letzterer ist ein deutscher Journalist und Sicherheitsspezialist. Er ist auch Professor für Sicherheitsfragen und hat verschiedene Bücher verfasst. Eines der letzten heisst: Heiliger Krieg in Europa. Der Untertitel lautet: Wie die radikale Muslimbruderschaft unsere Gesellschaft bedroht. Es ist im Verlag Eichborn Frankfurt 2007 erschienen, umfasst 303 Seiten, kostet CHF 34.- und hat folgende ISB-Nummer: 978-3-8218-5577-6.

Ulfkotte zeigt im ersten Teil mit der Ueberschrift: Halbmond über Europa. „Eurabien“ – die Zukunft Europas?, dass „Europa islamisch wird“. Dabei zitiert er nur den besten Islamspezialisten der Gegenwart, den Franzosen Bernard Lewis.
Ulfkotte bringt dazu viele Beispiele, die aufzeigen, wie Europa schleichend islamisiert wird. Zuerst fordern Moslems unter Berufung auf unsere Religions- und Kultusfreiheit Rechte ein wie Dispensierung der Mädchen vom Turnunterricht. Sobald diese Rechte erreicht und stabilisiert worden sind, wollen sie weitere Spezial- und Sonderbehandlung wie eigene Krankenhäuser, Schulen und Taxis in England und Holland. Die Lesenden werden durch diese Aufzählungen, die über hundert Seiten beanspruchen und durch fast alle europäischen Länder gehen, jedoch etwas in ihrer Geduld strapaziert.

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Donnerstag, September 14, 2006

Kooperationsfähigkeit

Händeler zieht daraus den Schluss, dass eine kooperative Spiritualität ist gefragt ist, die der Universalethik (Liebe deinen Nächsten wie dich selbst) entspricht. Er schlägt am Schluss vieler Kapitel Stichworte zur Umsetzung vor, die zwar manchmal sprachlich etwas eigenartig formuliert, im Kern aber zutreffend sind. Deshalb habe ich sie formal etwas verändert:

Einleitung: Die Krise ist da (Seite 9-28)
These: Erst eine neue Kultur der Zusammenarbeit lässt in der Informationsgesellschaft den Wohlstand wieder steigen
· Verantwortlich sein über den eigenen Bereich hinaus
· Errichten einer kooperativen Arbeitskultur
· Lenken der Ressourcen der Gesundheitspolitik in Richtung Gesunderhaltung

Kapitel 1: Die Zukunft beginnt in der Vergangenheit (Seite 29-176)
Was die Geschichte über ähnliche Situationen wie heute erzählt
· Geschichte und Wirtschaftswissenschaft müssen sich wieder annähern, damit sie eine Hilfe werden bei der Zukunftsgestaltung
· Die Geschichte der langen Abschwünge kann uns dazu bewegen, heutige Verteilkämpfe zu minimieren und freiwillig auf Konsum zu verzichten, um mehr in die Zukunft zu investieren

Kapitel 2: Kondratieffs Globaltheorie und unsere Wirtschaftspolitik heute (Seite 177-220)
Warum es nicht um Geld geht, sondern um Produktivität, und warum dabei kulturelle Faktoren stärken wirken als Löhne, Zinsen und Staatsausgaben

Seite 182: „Denkmodelle gehen den Fakten immer voraus und werden nicht deshalb zur Gewohnheit, weil sie wahr sind, vielmehr weil sie geglaubt werden“ schreibt der Volkswirtschaftsprofessor Karl-Heinz Brodbeck...

· Wegkommen von rein monetären Themen (Lohndebatten, Zentralbankschelte)
· Steuerreform vorziehen
· Realwirtschaftliche Themen beachten (z. B. Investitionen in Bildung und Gesunderhaltung und konstruktives Denken und Handeln fördern)
· Schaffen von kreativen Informationsarbeitsplätzen
· Keine niedrigproduktive, materielle Arbeitsplätze mehr subventionieren


Kapitel 3: In Zukunft viel Arbeit (Seite 221-243)
Die Qualität der zwischenmenschlichen Beziehungen wird zur wichtigsten Quelle der Wertschöpfung

Seite 231: „In einer Welt, die ihr Wissen in weniger als fünf Jahren verdoppelt, kommt es darauf an, über die richtigen Informationen zu verfügen und produktiv anzuwenden. ... Wer reale Güter wie Autos herstellt, benötigt immer mehr Informationsarbeit – also Informationen sammeln, sortieren, gewichten, organisieren, aufbereiten, darstellen, beobachten, zusammenführen. Knapp ist dabei nicht so sehr, neues Wissen zu schaffen. Selbst Spezialisten können die veröffentlichten Aufsätze und Publikationen zu ihrem Spezialgebiet nicht mehr überblicken. Während sich die Informationsflut mit Hilfe des Computers technisch noch bewältigen lässt, fehlt es künftig an kompetenten Leuten, die Daten in Erkenntnisse und Problemlösungen umwandeln.“

Seite 242 & 243: „Im nächsten Strukturzyklus werden diejenigen Firmen und Regionen produktiver sein, die ein kooperatives Klima haben. Damit werden sie auch über ausreichende Ressourcen verfügen, Probleme zu lösen. Dafür müssen Unternehmen nicht mehr ... die Informationsflüsse zwischen Mensch und Maschine optimieren, sondern zwischen Menschen. Es geht darum, mit anderen – Kollegen, Kunden, Lieferanten, ständig wechselnden Partnern – weltweit vertrauensvoll und effektiv zu kooperieren, damit Informationen reibungslos fliessen. Firmen mit unkooperativem Betriebsklima werden mit der Zeit vom Markt verdrängt werden, der Wohlstand ihres Umfeldes wird zurückfallen. Dort, wo ein Team sowohl auf der Fach- als auch auf der Beziehungsebene reflektieren kann, was gut läuft und wo man noch zulegen kann, kommt es zu Höchstleistungen.
... Nur eine bessere seelische Gesundheit schafft mehr Wohlstand – das ist etwas Immaterielles in einer zunehmend immateriellen Wirtschaft. ... Seelische Gesundheit wird destruktive Verhaltensweisen verringern, die Produktivität im Umgang mit Information erhöhen, die Kooperationsfähigkeit steigern und auch die körperliche Gesundheit und das Wohlbefinden stärken.“

· Die Zukunft bringt mehr (Informations)Arbeit als wir bewältigen können!
· Uebergeordnete Probleme lassen sich erst dann lösen, wenn sich die Mehrheit nicht nur für den eigenen Bereich verantwortlich fühlt
· Informationsarbeit muss effizienter werden

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