Samstag, Dezember 24, 2016

Von der Sandwüste zur Steinwüste

Sechs Tage verbrachten wir in der Sandwüste Erg Chegaga. Dann wanderten wir weiter in die Steinwüste des Jbel Bani hinein. Sandwüste heisst Schwemmland in Sand, Sandstein und Sanddünen, die sehr unterschiedlich hoch sein können. Die höchsten Sanddünen waren bis zu hundert Meter hoch. Das Besteigen bedeutete Kraftaufwand, da hier der Sand doch lose war und nachgab. Aber die Ausssicht in die weite Wüstenwelt war der Preis wert. Nachdem wir einen Seitenarm des leeren Draaflusslaufes überquert hatten, erreichten wir die Steinwüste. Das Wandern wurde etwas mühsamer, doch bald tauchten Trampelpfade auf, die sich über Jahrhunderte durch Karawanen gebildet hatten. Das erleichterte das Gehen und auch die Orientierung. Nach einigen Stunden erreichten wir ein Tal, das zu durchwandern war. Gegenüber einer Nomadensiedlung war unser Biwakplatz. Am nächsten Tag ging es weiter das Tal hinauf. Der Fluss hatte zwar kein Wasser, aber bald tauchten Tümpel im Flussbett auf und die Vegetation nahm etwas zu. Die Landschaft wurde wieder vielfältiger. Darauf folgte eine karge Hochebene. Der nächste Biwakplatz war eine Oase, die in einer Vertiefung gelegen war. Viele Palmen wuchsen hier. Zudem sahen wir wieder einen Brunnen, aus dem Wasser für Mensch und Tier geschöpft werden konnte, eine Wohltat!

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Montag, Dezember 12, 2016

Wüstentrekking in Marokko - ein Reisebericht

Am 6. November flogen meine Frau und ich mit Royal Air Maroc von Zürich über Casablanca nach Marrakesch. Es war meine erste Reise nach Afrika und unser erster Aufenthalt in einem islamischen Land. Natürlich haben wir uns vorbereitet und einiges gelesen über Land und Leute, Kultur und Religion. Mit der Reise klappte alles bestens und noch fühlte sich vieles wie gewohnt und auch westlich an. Erst der Weg zu unserem Hotel in der Medina, der Altstadt Marrakeschs, war ungewohnt und etwas orientalisch. Durch enge Gassen an dunklen Gestalten vorbei erreichten wir schliesslich unser Hotel. Durch eine unscheinbare Tür gelangten wir an die kleine Réception, wo einer Nachtschicht hatte. Dahinter öffnete sich ein Innenhof, an dem die Zimmer auf mehreren Stockwerken angeordnet waren. Da wir spät angekommen waren, war die Nacht nur kurz und mit dem durchdringenden Gebetsruf des Muezzin der nahegelegenen Moschee begann der Tag kurz nach fünf Uhr. Auf der Dachterrasse war ein grosszügiges Frühstücksbuffet bereit, wo wir uns stärken konnten. Bald darauf ging unsere Weiterreise mit einem Kleinbus in die Wüste los. Die Fahrt über den hohen Atlas war von starken Regenfällen begleitet. Das schien den marokkanischen Chauffeur jedoch nicht gross zu beeindrucken. Flott ging die Fahrt voran, auch als die Strasse anstieg und kurviger wurde. Langsamere Lastwagen wurden mit Schwung überholt. Nach einem ersten Kulminationspunkt wurde in einem Strassendorf eine Pause eingelegt. Unsere marokkanischen Führer assen Frühstück, und wir schlürften Kaffee oder Tee. Nebenan bot ein Metzger seine Ware an, halbe Tiere hingen an Fleischerhaken, was für unsere Augen ungewohnt und nicht gerade appetitanregend war. In der Restaurantküche brodelte eine Tagine, ein typisches marokkanisches Tongefäss, auf dem Gasherd, worin Fleisch, Gemüse und Kartoffeln geschmort werden. Bald ging die Fahrt weiter und unser Bus schraubte sich die Passstrasse hoch bis auf 2'200 Meter über Meer. Am Horizont tauchte nun blauer Himmel auf, und die Stimmung der Passagiere hellte sich auch zusehends auf. Die Landschaft bekam Farbe, obwohl die Vegetation zunehmend fehlte. Wir passierten Dörfer, die mehrheitlich aus rotbraunen Lehmbauten bestanden. Männer hielten sich am Strassenrand auf, tranken Tee und waren in Gespräche vertieft. Frauen, meist mit Kopfbedeckung oder verhüllt, waren mit Kindern, Taschen oder Bündeln unterwegs. Die Gegend wurde wieder flacher und glich bald einmal einer Wüste. In der Stadt Ouarzazate gab es einen Zwischenhalt, um einen Mittagslunch einzukaufen.
Nach einigen Kilometern begann die Strasse wieder anzusteigen, da der Ausläufer des Gegenatlases überquert werden musste. Dahinter öffnete sich das Draatal, eine Wüste mit einzelnen Akazienbäumen und einem langen, grünen Palmenhain entlang des Draaflusses. Unser nächstes Ziel war Zagora, die letzte Stadt vor der Wüste. Doch das dauerte, weil immer wieder neue Strassenbaustellen auftauchten, und die Geschwindigkeit gedrosselt werden musste. Wo Wasser ist, da sind auch Menschen und Siedlungen. Verschiedenste Fahrzeuge überholten wir, darunter waren Maulesel und Mercedeskarrossen. Mehrere Schüler waren am Strassenrand zu Fuss oder mit dem Fahrrad unterwegs. Immer mehr fiel mir auf, dass Marokko ein Land der Gegensätze ist: modern und traditionell, reich und arm, westlich und orientalisch.

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Donnerstag, Februar 09, 2012

Maggiadelta Ascona im Winter



Das Maggiadelta ist eines der grössten Schwemmgebiete der Schweiz. Die Maggia hat etwa zwei Drittel des Lago Maggiore zugeschüttet mit Sand, Kies, Geröll und Holz. So ist eine einzigartige Auenlandschaft entstanden. Das meiste davon wird heute für Landwirtschaftszwecke verwendet, Reste davon sind vor allem auf der Seite von Ascona unberührt geblieben. Es ist ein Ort, den ich liebe und deshalb immer wieder aufsuche, so auch letzten Sonntag. Stille, Schnee und Eis haben mich empfangen und ich habe diese Atmosphäre und Brachzeit genossen, in mich aufgesogen und ein paar Bilder gemacht.


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Mittwoch, Juli 06, 2011

Bavona





Der Fluss Bavona beginnt bereits im Cristallinagebiet und fliesst bei Bignasco im hintern Maggiatal in die Maggia. Er hat dem wilden, urtümlichen Bavonatal seinen Namen gegeben. Früher wurde hier versucht, diesem steinschlaggefährdeten Gebiet, Boden für die Berglandwirtschaft abzuringen. Davon sind noch etliche Spuren wie Wege, Natursteinmauern, Kastanienbäume, Häuser und wenige Menschen übriggeblieben. Jedoch im Winter war das Bavonatal wegen Naturgefahren meist unbewohnt. Heute ist es ein wilder Naturpark, wunderbares Wandergebiet und herrliches Kletterparadies.
Anbei einige Bilder davon:

Der berühmte Wasserfall bei Foroglio

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Freitag, Dezember 10, 2010

Vercelli und Arborio


Vercelli ist der Hauptort der gleichnamigen Provinz und gehört zur Region Piemont. Die Stadt liegt ziemlich genau in der Mitte zwischen Milano und Torino, zählt heute knapp 50'000 Einwohner und ist bekannt als das Zentrum des italienischen Reisanbaus. Wenn man die Stadt von Norden her erreicht, stösst man ausserhalb auf riesige Reisfelder, die je nach Jahreszeit in einem unterschiedlichen Stadium sind: im Frühling mit Wasser geflutet, im Sommer intensivgrün und im Herbst gelb und reif zur Ernte. Am Stadtrand und in Bahnhofsnähe liegen dann die grossen Metallsilos, die den geernteten Reis aufnehmen, der dann in Reismühlen be- und verarbeitet wird.
Die Altstadt ist sehr gepflegt, sie zeugt von einem gewissen Wohlstand und Reichtum. Eckpunkte davon sind die Piazza Cavour in der Mitte, eine eindrucksvolle Basilika "Sant'Andrea" und der klassizistische Dom mit Bischofssitz.


Die Basilika Sant'Andrea ist aussen eher noch romanisch aufgebaut...



Dagegen ist das Innere der Basilika "Sant'Andrea" bereits gotisch geprägt. Es handelt sich also bei dieser Kirche, die um 1219-27 erbaut wurde, um eine Misch- oder Uebergangsform, wobei sie eine der grössten und berühmtesten Kirchen der damaligen Zeit ist.


Unweit, nur einige Kilometer nördlich von der Stadt Vercelli, liegt das Dorf "Arborio". Arborio ist also nicht nur eine Reissorte, nebst Carnaroli die berühmteste für Risotto, sondern auch ein Ort! Norditalien ist wahrscheinlich der grösste Reisproduzent Europas, der bis zu etwa 25% des europäischen Bedarfs deckt! Das viele Wasser, das für den Reisanbau notwendig ist, damit geschützte und optimale Keimbedingungen herrschen, stammt aus den oberitalienischen Flüssen und Seen. Die Reisbauern Arborios und Vercellis beziehen ihr Wasser vom Fluss Sesia, der westlich, aber parallel zum Ticino und dem Lago Maggiore verläuft. Mittels und dank eines weit verzweigten Kanalsystems, das grösstenteils seit 1855 oder früher besteht, konnte der Reisanbau im grossen Stil geschaffen werden. Die Flüsse und Seen liefern vor allem im Frühling genügend Schmelzwasser aus den Südalpen, damit diese Kanäle auch gefüllt werden können.


Reisfeld bei Arborio im September

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Sonntag, September 26, 2010

Maggia


Die junge Maggia im hochalpinen Naret-Gebiet

Von der Quelle bis zur Mündung ist der Fluss "Maggia" nur 58 Kilometer lang. Er beginnt weit hinten im Cristallinagebiet auf etwa 2'800 Meter über Meer und endet im Maggiadelta auf 193.50 Meter über Meer, das zwischen Locarno und Ascona am Lago Maggiore liegt. Das Gefälle ist im ersten Drittel beträchtlich, bevor in Bignasco die wilde Bavona in Maggia mündet und sie nahezu verdoppelt. Danach fliesst sie durch den flacheren und breiteren Talboden weiter dem Lago Maggiore zu.



Die Maggia im mittleren Abschnitt, in der breiten Talsohle

Das Spezielle des Maggiaflusses ist, dass er so extrem unterschiedlich viel Wasser führt. Die Menge pro Sekunde beträgt zwischen 2 und 4'500 Kubikmeter Wasser! Das letzte Mal hat die Maggia diese Maximalmenge 1978 erreicht, was damals gar zu Todesopfern geführt hat. So ist sie zum zweitgrössten Fluss der Schweiz, nach dem Rhein bei Basel, geworden. Das hat auch damit zu tun, dass das hintere Maggiatal zum niederschlagreichsten Gebiet der Schweiz gehört. Der Kanton Tessin und die Stadt Locarno wurden gezwungen, riesige, mehrstufige, zirka zehn Meter hohe Seitendämme anzulegen, um die Schäden bei den seltenen Hochwassern zu vermeiden.



Kurz vor Ponte Brolla wird das Tal wieder enger, felsiger, steiniger und die Maggia umso spektakulärer

Etwas weiter hinten, nach dem natürlichen Einschnitt bei Ponte Brolla, weitet sich das Maggiatal wieder und die Maggia hat hier wunderschöne, einmalige Auenlandschaften gebildet. Die Minimalmenge erreicht die Maggia häufig in den Winter- und manchmal auch in den Sommermonaten. Dann treten die riesigen Kies- und Sandbänke zutage, die von vielen zum (Sonnen)Baden genutzt werden. Natürlich hat das auch etwas mit der Wasserkraftnutzung zu tun, liegen doch im Einzugsgebiet der Maggia zahlreiche grosse Stauseen, die miteinander verbunden sind, und jedes Gefälle zur Stromgewinnung nutzen.





Vom Monte Gamborogno aus, von der gegenüberliegenden Seite des Lago Maggiore, hat man herrlichen Ausblick auf die Walliser-, Tessiner- und Bündnerberge

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Dienstag, November 25, 2008

Bolle di Magadino


So heisst das Flussdelta des Ticino (und der Verzasca), die am Ende der Magadinoebene in den Lago Maggiore münden. Am direktesten und am schnellsten erreicht man diese phantastische Auen- und Flusslandschaft kurz vor Magadino. Dort geht ein Fussweg rechts ab und in wenigen Minuten befindet man sich inmitten von stehendem Wasser, wuchernden Pflanzen und stämmigen Bäumen. Das milde Licht des Spätherbsts dringt sanft und gefiltert durch die hohen Baumkronen. Farbige Blätter fliessen gemächlich auf dem Ticino dem See zu... ein Ort, um seinen Gedanken nachzuhängen, sie kommen und gehen zu lassen...

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