Mittwoch, November 02, 2011

San Bernardino






Diesen Herbst war ich das zweite Mal auf dem San Bernardino-Pass, der im Bündnerland zwischen Bellinzona und Chur liegt. Eine kurvenreiche, schön ans Gelände angepasste, hundertjährige Strasse führt da hinauf. Die Passhöhe selbst liegt auf 2061 Meter über Meer, und sie ist umgeben von klaren Bergseen, abgeschliffenen Felsen und rotbrauner Vegetation. Für mich ist es eine der stimmungsvollsten Berglandschaften der Schweizer Alpen und Ausgangspnkt für wunderschöne Bergwanderungen. Ein paar Impressionen davon:


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Mittwoch, Oktober 12, 2011

Tremola, San Gottardo und Lucendro


Kürzlich war ich wieder einmal auf dem Gotthardpass. Das ist eine Seltenheit, da ich doch meistens durch Bahn- oder Strassentunnel fahre. Es war an einem milden und sonnigen Herbsttag, die beste Wanderzeit, finde ich. Zuerst ging es hinauf auf der neueren, gut ausgebauten Passstrasse neben der Tremola, der kurvenreichen, schön eingebetteten Passstrasse von 1928. Auf dem Pass parkte ich den Wagen und wanderte bergauf zum Lucendropass, der parallel westlich vom Gotthardpass auf knapp 2'500 Meter über Meer liegt. Der Weg geht fast gleichmässig stetig und angenehm bergan bis zur Passhöhe. Auf der linken Seite präsentierte sich das Bedrettotal mit Aussicht zum Cristallinapass und zum Griesgletscher, der bereits im Wallis liegt.



Kurz nach der Passhöhe an einem kleinen, lauschigen Bergsee hielt ich Ruhezeit und Mittagsrast bei schönstem Sonnenschein. Als ich mich danach wieder aufgemacht hatte, staunte ich nicht schlecht: sechs Steinböcke gleich neben dem Wanderweg, die ich auf eine Distanz von zehn Meter beobachten konnte. Fast keine Spur von Menschenscheu, nur näher als zehn Meter kommen, das ging nicht, dann gingen sie weiter. Und auch meine Kamera, eine Canon Digital Ixus 60, hat nicht das beste Zoom. Trotzdem ging ich beglückt bergab zum Lucendrostausee und zurück zum Gotthardpass.



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Sonntag, September 11, 2011

Tamierpass




Der Tamierpass ist mit 2'772 Meter über Meer einer der höchsten Pässe im Tessin. Er verbindet das Bavonatal mit dem italienischen Formazza (zu deutsch: Eschental). Auf Tessinerseite ist der Ausgangspunkt San Carlo, das letzte Dorf im Bavonatal, das auf 900 Meter über Meer liet. Man steigt also über einen anfänglich guten Bergweg und überwindet 1'800 Höhenmeter bis zur Passhöhe. Dabei fängt man im dichten Laubwald des Val Antabia an, der immer wie lichter wird und zu Nadelwald mit vielen Lärchen wechselt. Auf ungefähr 2'000 Meter über Meer hört der Baumbestand auf und nun dominieren Gräser und das eindrückliche Hochmoor "Piano delle Creste". Hier kann man auch übernachten im "rifugio", der Berghütte, die unmittelbar über dem Hochmoor liegt.
Danach geht der Weg wieder recht steil bergan, und die Berglandschaft verändert sich erneut: Steine und Fels in unterschiedlichen Grau- und Brauntönen dominieren. Erste, schmutzige Schneeflecken und kleine Schmelzseen werden sichtbar. Kurz vor der Passhöhe liegt flach etwas Ewigschnee, ein dünnes Ueberbleibsel eines Gletschers. Inzwischen ist jede Form von Grün verschwunden, es gibt nur noch Stein, Eis und Himmel, die schroffe und unwirtliche Hochgebirgswelt der Tessineralpen ist erreicht.




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Mittwoch, Juli 06, 2011

Bavona





Der Fluss Bavona beginnt bereits im Cristallinagebiet und fliesst bei Bignasco im hintern Maggiatal in die Maggia. Er hat dem wilden, urtümlichen Bavonatal seinen Namen gegeben. Früher wurde hier versucht, diesem steinschlaggefährdeten Gebiet, Boden für die Berglandwirtschaft abzuringen. Davon sind noch etliche Spuren wie Wege, Natursteinmauern, Kastanienbäume, Häuser und wenige Menschen übriggeblieben. Jedoch im Winter war das Bavonatal wegen Naturgefahren meist unbewohnt. Heute ist es ein wilder Naturpark, wunderbares Wandergebiet und herrliches Kletterparadies.
Anbei einige Bilder davon:

Der berühmte Wasserfall bei Foroglio

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Sonntag, September 26, 2010

Maggia


Die junge Maggia im hochalpinen Naret-Gebiet

Von der Quelle bis zur Mündung ist der Fluss "Maggia" nur 58 Kilometer lang. Er beginnt weit hinten im Cristallinagebiet auf etwa 2'800 Meter über Meer und endet im Maggiadelta auf 193.50 Meter über Meer, das zwischen Locarno und Ascona am Lago Maggiore liegt. Das Gefälle ist im ersten Drittel beträchtlich, bevor in Bignasco die wilde Bavona in Maggia mündet und sie nahezu verdoppelt. Danach fliesst sie durch den flacheren und breiteren Talboden weiter dem Lago Maggiore zu.



Die Maggia im mittleren Abschnitt, in der breiten Talsohle

Das Spezielle des Maggiaflusses ist, dass er so extrem unterschiedlich viel Wasser führt. Die Menge pro Sekunde beträgt zwischen 2 und 4'500 Kubikmeter Wasser! Das letzte Mal hat die Maggia diese Maximalmenge 1978 erreicht, was damals gar zu Todesopfern geführt hat. So ist sie zum zweitgrössten Fluss der Schweiz, nach dem Rhein bei Basel, geworden. Das hat auch damit zu tun, dass das hintere Maggiatal zum niederschlagreichsten Gebiet der Schweiz gehört. Der Kanton Tessin und die Stadt Locarno wurden gezwungen, riesige, mehrstufige, zirka zehn Meter hohe Seitendämme anzulegen, um die Schäden bei den seltenen Hochwassern zu vermeiden.



Kurz vor Ponte Brolla wird das Tal wieder enger, felsiger, steiniger und die Maggia umso spektakulärer

Etwas weiter hinten, nach dem natürlichen Einschnitt bei Ponte Brolla, weitet sich das Maggiatal wieder und die Maggia hat hier wunderschöne, einmalige Auenlandschaften gebildet. Die Minimalmenge erreicht die Maggia häufig in den Winter- und manchmal auch in den Sommermonaten. Dann treten die riesigen Kies- und Sandbänke zutage, die von vielen zum (Sonnen)Baden genutzt werden. Natürlich hat das auch etwas mit der Wasserkraftnutzung zu tun, liegen doch im Einzugsgebiet der Maggia zahlreiche grosse Stauseen, die miteinander verbunden sind, und jedes Gefälle zur Stromgewinnung nutzen.





Vom Monte Gamborogno aus, von der gegenüberliegenden Seite des Lago Maggiore, hat man herrlichen Ausblick auf die Walliser-, Tessiner- und Bündnerberge

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Montag, September 13, 2010

Froda


Das hintere Maggiatal ist weitläufig und zerklüftet mit tief eingeschnittenen Tälern. Nebst dem ausgedehnten, bekannteren Robiei-Cristallina-Gebiet gibt es östlich davon grosse Alpweiden und Berge, so auch die Alpe Froda. Man erreicht sie am besten von Pian di Peccia im Valle Lavizzara, dort wo noch heute Peccia-Marmor abgebaut wird. Gleich dahinter steigt man hoch durch dichte Wälder, zuerst Tannen, dann Lärchen und kommt dann auf eine Alp mit Weitsicht auf 2'000 Meter über Meer.
Ueber der Baumgrenze geht es weiter über Alpweiden und Stock und Stein auf einen Berggrat, von dem man eine fantastische Fernsicht geniessen kann. Hier erblickt man Schneeberge, Gebirgszüge und Gletscher bis ins Bündnerland und nach Italien hinein. Wie so oft in den Tessineralpen fehlt auch nicht ein glasklarer und spiegelglatter Bergsee, von denen es im Tessin Hunderte gibt, Orte der wohltuenden äusseren Ruhe.


Blick von der Alp nach Südosten in Richtung Peccia- und Verzascatal






Blick in Richtung Nordwesten nach Robiei und ins Cristallinagebiet



Blick in Richtung Westen zum Basodinogletscher und ins Wallis
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Sonntag, November 08, 2009

Auf der via Spluga durch die Viamala

Der Traversina-Steg ist eine elegante Treppenhängebrücke aus Metall und Holz, die ein tiefes, unbegehbares Tobel überspannt


Ein Seitenarm der Viamala wird durch den Traversina-Steg abgekürzt


Am engsten Punkt der Viamala wird es dunkel, kühl und feucht


Eine elegante Brücke der Nationalstrasse A13 überquert die Schlucht


Fussweg und Strasse führen oft in Flussnähe (Hinterrhein) durch


Und plötzlich wird es eng, steil und tief: Nun bin ich tief in der Viamala


Der schlichte Kirchenraum von Zilis mit den romanischen Deckenbildern


Die reformierte Kirche in Zilis, dem ursprünglichen Hauptort des Schams


Die Schamser-Landschaft zwischen Andeer und Zilis im milden Herbstlicht


Diesen Herbst habe ich mir vorgenommen, auf der via Spluga durch die Viamala zu wandern. Gestartet bin ich in Andeer, von dort ging es über Land nach Zilis, wo die beeindruckende Kirche mit den romanischen Deckenbildern steht. Bald darauf beginnt die Viamala. Viamala heisst sie, weil es das "böse" Wegstück war auf der historisch wichtigen via Spluga von Chur nach Chiavenna. Heute ist es ein imposante Schlucht, ein Naturwunder, das in nur wenigen Minuten auf der Nationalstrasse A13 durchquert und hinter sich gelassen wird.

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