Donnerstag, Februar 11, 2010

Iran: Persische Hochkultur und irrationale Macht

Hans-Peter Raddatz, der Autor dieses Buchs, geht davon aus, dass der heutige Iran nur verstanden werden kann, wenn man seine Geschichte und ursprüngliche Religion etwas kennt. Iran selber heisst Land der Arier und hat viel mit Zarathustra zu tun, der etwa 599-522 vor Christus lebte. Mit 40 Jahren hatte er Offenbarungen.
Karl Jaspers nannte diese Zeit „Achsenzeit“, als um 600 vor Christus an unterschiedlichen Weltgegenden neue Religionen und Philosophien auftraten, so auch Zarathustra, Konfuzius, Buddha, die grossen griechischen Philosophen und jüdische Propheten. Im iranischen Herrscher Kyros wurde der Befreier der Juden gesehen, so wurde er zum Gottessohn und Messias hochstilisiert. Religion war im Iran häufig manipulatives Instrument der Eliten und des Klerus. Die arische Dreiheit, Erde, Luft und Himmel, wurde zum Grundstoff der Gnosis und der Mysterienreligionen Aegyptens, Kleinasiens und Griechenlands (Amun-Re war der ägyptische Sonnengott, die Pharaonen die Söhne Gottes). Das Christentum hatte im Iran Erfolg, weil es Verbindungen mit dem iranischen Verständnis der Erlösung, den gnostischen Mysterien (Kinderzeugen ist Sünde) und der platonischen Philosophie einging.
Der Islam breitete sich im 7. Jahrhundert fast explosionsartig aus. Mohammed und seine Nachfolger verstanden es, ihre Gemeinschaft machtvoll zu formen, zu nutzen und zu vergrössern. Basis war der Koran, der mit seinen gewaltästhetischen medinesischen Suren, folgendes vorsah und ermöglichte:
· Allahs freie Wahl und somit Einschränkung des Individuums
· Nutzen für die „Umma“, Schaden für den Ungläubigen und Unterdrückung der Völker
· Diesseitige Beute und jenseitiges Heil
· Buchstabengläubigkeit und Gesetzesreligion
· Gewalt wird legitimiert und Auftragsmord wird institutionalisiert


Die Dynastie der Umayyaden, die kulturell syrisch geprägt waren, begann 660 mit Kalif Mu’awiwa und endete 750. Das ist auch das Ende der ersten Expansion in Asien (Indus und Taschkent). Unter ihrer Herrschaft wurde 691 der Felsendom in Jerusalem errichtet als Demonstration gegen Juden und Christen. 750 bis 1258 folgten die persischen Abbasiden.
661 tötete ein Kharidijite, Vertreter einer muslimischen Abspaltung, aus Rache den vierten Kalifen Ali in Kufa mit dem Schwert. Sein Grab liegt in Nadjaf, das zu einem grossen Wallfahrtsort wurde, und um seine Person begannen sich viele Legenden zu ranken. Auch beide Söhne wurden getötet: Hasan 669 und der heldenhafte Husayn im Kampf 680. Er wurde zum Vorbild der Gläubigen, er war den verborgenen Imam vorweg und überwand mit seinem Tod den Tyrannen. Sein Grab liegt in Kerbala. Das ist zugleich auch der Beginn der Schia, sie zeichnet sich aus durch:
· Dem verborgenen Imam steht das rechtmässige Kalifat Alis zu; das ist der „Mahdi“ (diese Idee geht auf den mythischen Erlöser Sayoshant zurück, der aus einer Mischung aus Zoroastrismus und Platonismus entstanden ist)
· Transzendente Lebensbilanz
· Ethische Prinzipien der ewigen Wahrheit und Gerechtigkeit: es gibt gut und böse, Unterdrückte und Unterdrücker
· Passion: Aschura ist Bussritual, das am Todestag Husayns durchgeführt wird. Es entwickelte sich von der Totenklage (963) zum Passionsspiel oder Leidensdrama (1650)
· Selbsterlösung (sich Gott ähnlich machen), Erleuchtung und Lichtmystik
· Autonomie des Verstands, des Lichts der Menschen (erst etwa um 1700 wurde dies eingeschränkt durch die Ulama, die Elitenherrschaft wollte und durchsetzte)
· Zeitehe „mot’e“ erlaubt gegen eine Gabe (was praktisch der Prostitution entspricht)
· Spaltungen: Siebner-Schia = Ismaeliten = Isma’iliya (Ismail sei entrückter Imam; gnostisch) und Zwölfer-Schia = Imamiten (Verborgener 12. Imam wird als Mahdi wiederkehren und die islamische Spaltung beenden und paradiesisches Reich der Gerechtigkeit aufrichten)


Die Aleviten, die heute hauptsächlich in der Türkei leben, sind eher eine schiitische Richtung. Sie sind beeinflusst von vorislamischen turkmenischen Bräuchen, vorchristlichen Mysterien und den Sufis. Wegen Verfolgung durch Sunniten haben sie sich angepasst durch Täuschung und Geheimhaltung. Sie besitzen daher keine schriftliche Theologie und brauchen auch keine Moschee für ihre Zeremonien. (In Wikipedia steht, dass „das Alevitentum auf dem Glauben der Zoroastrier basiere. Ursprünglich bestanden keinerlei Verbindungen mit dem Islam, dem Vierten Kalifen Ali und den Zwölf Imamen. Der Umstand, dass heute die Aleviten für die Zwölf Imame beten und bitten, hängt damit zusammen, dass diese Rituale ihnen auferlegt wurden. Seit der Machtergreifung der Jungtürken wurden hauptsächlich zwei Gruppen assimiliert: Einerseits wurden Teile der Kurden türkisiert, andererseits die Aleviten islamisiert. Dies war die Folge einer fast ein Jahrhundert andauernden Politik.“)

Die Baha’i oder Babisten gehen auf Ali Muhammad zurück, der 1850 gestorben ist. Er war in ihren Augen der auferstandene Imam, der Mahdi oder eben der Bab, der das islamische Gesetz abgeschafft hatte. Sie wurden deswegen von Sunniten und Schiiten grausam verfolgt.

Um 1900 wehrte sich die wirtschaftliche und religiöse Elite Irans gegen die englischen Rohstoff- und Handelsgesellschaften, die sich weltweit ausbreiteten. Bazaris (=Bazarbesitzer) und Mollahs bildeten eine Koalition, um gegen „Verwestlichung“ kämpfen zu können. 1921 marschierte Reza Khan, ein Kosakengeneral in Teheran ein, vier Jahre später rief er sich zum Schah „Reza Pahlevi“ aus. Seine Regierungszeit bis 1941 war von Modernisierung und Säkularisierung geprägt. 1941-79 kam sein Sohn Muhammad Reza an die Macht. Anfänglich hatte dieser Lebemann keine Ambitionen, so dass seine Minister regierten. Mit der Zeit wurde er aber zum selbstherrlichen, überheblichen Despoten. 1951 wurde Mosaddeq Premierminister, er verstaatlichte die nationale Oelcompany, die den Briten gehörte. Weitere Reformen kamen nicht durch, weil das Land zu stark durch Klan- und Mafiasystem beherrscht war.
Khomeiny war selber ein Sohn eines bekannten, ermordeten Mullahs und war zeitweilig unter dem Schah im Gefängnis, emigrierte danach in den Irak und nach Frankreich. Die Arbeit an der diesseitigen Ordnung soll den erwarteten Mahdi aus jenseitiger Ferne herbeiführen. Gebet und Politik seien der Lebenssaft seines Islam, die Tötung der Feinde diene der Säuberung der Gemeinschaft.
Am 11.12.1978, dem Ashuratag (Todestag Husayns) , verkündete er von Paris aus den Dschihad gegen den Schah. Die anbahnende Revolution liess am 16. Januar 1979 den Schah nach Aegypten, später nach Marokko und in die USA fliehen. Am 1. Februar 1979 kam Khomeiny aus seinem französischen Exil zurück und übernahm die Revolution. Er führte mit seinen Getreuen zunehmend eine islamische Kulturrevolution durch: Alles Westliche muss ausgerottet werden, auch die weltlichen Revolutionsgruppen wurden durch Pasdaran, Basidj, Ansar-e-Hizbollah (Helfer der Partei Allahs) und seinen Schlächter Sadeq Khalkali eingeschüchtert und dezimiert.
Die Revolution wurde anfänglich totalitär umgesetzt. Kapitalflucht, Staatsterror, der koranisch legitimiert ist, Korruption durch Anhänger Khomeinys, Schwarzmarkt und Drogenmissbrauch nahmen in der Folge zu. 1980-88 führte Iran gar Krieg gegen den säkular geführten Irak. Beides trieb den revolutionären Staat fast in den wirtschaftlichen Ruin. Erst nach etwa zwanzig Jahren wurde die Umsetzung pragmatischer und auch die Oeleinnahmen nahmen wieder zu, so dass die hohen Staatsschulden reduziert werden konnten.
Ein Problem des Gottesstaats ist, dass die islamische Wirtschaft keine wirkliche Theorie kennt und somit alle Formen annehmen kann. Wird beispielsweise ein Kündigungsschutz eingeführt, dann werden Arbeitgeber auf Zeitarbeit ausweichen. Zinsen sind verboten, stattdessen werden Geldgeber zum Schein mitbeteiligt und dann Dividenden ausbezahlt. Es gibt drei Eigentumsformen: private, gemeinschaftliche und staatliche, die eigentlich keinen Selbstzweck verfolgen sollten.
Handlungen werden generell in fünf Kategorien eingeteilt:
· Gebotene: fördern das Heil, bei Zuwiderhandlung straft Allah (durch die Mullahs)
· Empfohlene: fördern auch das Heil, aber bei Zuwiderhandlung gibt es keine Strafe Allahs
· Erlaubte: neutrales Tun, die weder Strafe noch Belohnung zur Folge haben
· Missbilligte: sind dem Heil hinderlich; wer sie unterlässt, den belohnt Allah
· Verbotene: Unterlassung ist Pflicht; wer sie tut, der wird von Allah bestraft

Das korrekte Tun ist also im Islam sehr wichtig, nicht so sehr Ziel, Motivation, Analyse oder konkret Arbeitsqualität. Deshalb wird auch wenig nach fachlicher Eignung gefragt und die Entwicklung einer Inlandproduktion war wenig interessant. Die islamische Ethik verhinderte sachbezogene Analyse und zivilgesetzliche Willensbildung. Die Folgen der repressiven Revolution Khomeinys waren deshalb zunehmend Vertrauensschwund, Säkularisierung und Armut eines Grossteils der Bevölkerung.
Der geringe nachhaltige Erfolg der islamischen Revolution im Landesinnern wurde durch Ausrichtung nach aussen kompensiert und gestärkt:
1982 wurde die Hizbollah, die Partei Gottes, im Libanon gegründet und die „islamische Republik Libanon“, die den schiitischen Teil umfasste. Wichtigste Ziele waren Fürsorge für die „Umma“ und Terror gegen Israel. Die Vorgängerorganisation war die Amalmiliz von Musa Sadr, der 1978 von Ghadhafi wegen Beleidigung während eines Besuchs umgebracht wurde. Seit 1982 ist Hasan Nasrallah Generalsekretär.
Der Westen soll generell durch Geduld, Gespräch und Gewalt überwunden werden. Dies entspricht dem dreifachen islamischen Kampf mit Herz, Zunge und Hand. Aber der Westen löst sich bereits selbst von seinen Wurzeln durch Dekadenz, Kindermangel, Einwanderung und rechtlichen Anpassungen. Geschichte und unliebsame Fakten sollen gelöscht werden, vieles ist erlaubt, wenn es dem islamischen Sieg dient. Dieses Vorgehen demonstriert der Präsident, Ahmad-e-Nadjad, ehemaliger Basidj-Führer, der seit 2005 im Amt ist, bestens. Er sagte beispielsweise: „Der Islam muss töten, um sich selbst am Leben zu erhalten.“

(Hans-Peter Raddatz: Iran. Persische Hochkultur und irrationale Macht. Verlag: Herbig GmbH München, Jahr 2006; ISBN-Nummer: 978-3-7766-2488-5)

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Dienstag, Mai 12, 2009

Ein kurzer Ueberblick der jüdischen Geschichte


Nachfolgend einige bekannte und unbekanntere Eckdaten der jüdischen Geschichte. Es würde sich bestimmt lohnen, den Zusammenhängen und Widersprüchen jüdischer, christlicher und muslimischer Geschichtsschreibung nachzugehen und diese aufzudecken. Welche Einflüsse hatten Dogmen auf Praktiken des Volks? Die These des Gottesmords führte zu den Kreuzzügen, diese wiederum zu Judenprogromen! Wissen ist Macht, und der Mächtigere steuert Wissen, Wahrheit und unser Bild der Wirklichkeit. Fürs Erste muss ein Ueberblick genügen:

3760 v Chr Jahr eins der jüdischen Zeitrechnung, als Gott die Welt erschuf
1900 v Chr Abraham begegnet Melchisedek, dem König von (Jeru)Salem
1200 v Chr Die aus Aegypten ausgezogenen Israeliten erobern Kanaan
1000 v Chr David erobert Jerusalem, welches dann zur Hauptstadt Israels wird
853 v Chr König Omri von Israel schlägt den Assyrer Salmanassar III.
734 v Chr Juda wird assyrischer Vasallenstaat (für zwei Jahre)
597 v Chr Jerusalem gerät unter babylonische Herrschaft, Juden werden deportiert
587 v Chr Nebukadnezar zerschlägt einen jüdischen Aufstand, zerstört den Tempel und deportiert die jüdische Elite nach Babylonien. Jüd. Religion entsteht
538 v Chr Der Perserkönig Kyros ermöglicht die Rückkehr der Juden nach Israel
516 v Chr Der zweite Tempel in Jersualem wird eingeweiht
332 v Chr Alexander der Grosse erobert Israel, Jerusalem bleibt autonome Provinz
301 v Chr Diadochenkämpfe; Israel unter aegyptischer Herrschaft
198 v Chr Syrische Seleukiden eroberen Jerusalem und entweihen den Tempel
167-164 v Chr Aufstand und Eroberung der Makkabäer, jüdische Widerstandskämpfer. In der nachfolgenden Zeit bilden die Essener neben Pharisäern und Sadduzäern die dritte bedeutende jüdische Gruppe und Glaubensrichtung

63 v Chr Pompeius erobert Jerusalem (& Syrien) für Rom
37-4 v Chr Der verhasste röm. Herrscher Herodes baut Jerusalem und den Tempel aus. Nach seinem Tod herrschen seine drei Söhne
ca. 7 v Chr Geburt von Jesus Christus in Bethlehem
6 n Chr Einrichtung der römischen Provinz Judäa
26-36 n Chr Der römische Pontius Pilatus ist Prokurator (Statthalter) der Provinz Judäa
ca. 30 n Chr Kreuzigung von Jesus Christus in Jerusalem unter Pontius Pilatus
66 n Chr Beginn des jüdischen Aufstands gegen die Römer
70 n Chr Der römische Titus erobert Jerusalem und zerstört den Tempel. Beginn der Diaspora durch Flucht, Vertreibung und Gefangenschaft. In Jabne, nahe des heutigen Tel Aviv, entsteht neues geistliches Zentrum
73 n Chr Masada, die letzte jüdische Festung, fällt den Römer in die Hände
130 Der römische Kaiser Hadrian will anstelle des Tempels einen Jupiter-tempel erstellen; Juden unter Bar Kochba leisten dagegen Widerstand
134 Die Römer brechen den Widerstand und zerstören Jerusalem, es bekommt neu den Namen Aelia Capitolina, die Provinz heisst Syria Palaestina. Erneute Auswanderungswelle: 1,5 Mio Juden leben zerstreut im römischen Reich. Palästinensischer und Babylonischer Talmud entstehen unter den Rabbinern. Ende der judenchristlichen Gemeinde in Israel und Beginn der Vorherrschaft der Westkirche, insbesondere Roms
380 Christentum wird unter dem Kaiser Theodosius Staatsreligion Roms, was judenfeindliche Vorstellungen fördert und Juden diskriminiert

638 Der islamische Kalif Omar erobert Jerusalem
Er gestattet den Christen weiterhin die Ausübung ihres Glaubens
660-749 Die Omayyaden-Kalifen herrschen von Spanien bis Afghanistan und residieren teilweise in Palästina
691-705 Bau des Felsendoms und der Aqsa-Moschee als muslimisches Gegenstück zu den christlichen Stätten wie Golgota
850 Masoreten, jüd. Gelehrte, vereinheitlichen hebräischen Bibeltext in Tiberias

1096-99 Die ersten Kreuzfahrer morden etwa 12'000 Juden im deutschen Köln, Mainz, Neuss, Regensburg, Speyer, Worms und Xanten. (Noch heute erinnert die jüdische Liturgie unter „Gezerot Tatnu“ an die Verfolgung des Jahres 4856.) Spätere Kreuzfahrer erobern Jerusalem, um das heilige Grab Jesu von den Moslems zu befreien. Auch hier werden Juden & Moslems ermordet (unter Gottfried von Bouillon)

1187-89 Judenpogrome in England. Saladin erobert Jerusalem zurück
1215 Das katholische Laterankonzil beschliesst den Judenstern
1244 Die Mameluken erobern Jerusalem
1291 Auch die Hafenstadt Akko, die letzte Bastion der Kreuzritter in Israel, fällt
Die Mehrzahl der Juden lebt jetzt unter muslimischer Herrschaft in Asien, Nordafrika und Spanien; wo sie aus der Landwirtschaft verdrängt werden und danach Handelsrouten und -netze aufbauen bis nach Nordeuropa
1348-50 Etwa ein Drittel der Bevölkerung Europas starb durch schwarze Pest; wegen hygienischen Gewohnheiten waren Juden weniger betroffen, aber sie wurden zu Sündenböcken: Judenverfolgung in Spanien, Frankreich & Deutschland

1516 Die türkischen Ottomanen unter Süleiman dem Prächtigen erobern Jerusalem und bauen die Mauern der Stadt wieder auf. Danach langsamer Zerfall der Stadt, gleichzeitig mit dem Türkenreich
Safet in Galiläa ist nun Zentrum jüdischer Gelehrsamkeit
1543 Luther verfasst die judenfeindliche Schrift „Von den Juden & ihren Lügen“
1545 Beginn der Gegenreformation, Lutheraner verlieren die Hälfte der Gebiete

1612 Erste Vorstösse im britischen Parlament bezüglich der Juden und Israel (christlicher Zionismus)

1791 Gleichheit aller Menschen in den USA; Judenemanzipation in Frankreich als Folge der französischen Revolution
Um 1800 Napoleons Aegyptenfeldzug weckt in Europa das Interesse für den Orient; christliche Pilger kaufen Grundbesitz und bauen Herbergen in Jerusalem
1844 Es wohnen 7‘100 Juden, 5‘000 Moslems und 3‘400 Christen in Jerusalem
1860 Bau des ersten jüdische Quartiers ausserhalb der Mauern Jerusalems
1862 Türken und Araber drainieren Scharon-Ebene zuerst für Baumwolle, produzieren später stattdessen Jaffa-Orangen
1870 Gründung der Landwirtschaftsschule Mikve Israel
1875 Aufbau des orthodoxen Judenviertels Mea Schearim in Jerusalem
Es wohnen 12‘000 Juden, 7‘500 Moslems und 5‘500 Christen in Jerusalem
1878 Petach Tikwa, erste jüdische Siedlung, entsteht
1879 Der Deutsche Wilhelm Marr prägt den Begriff „Antisemitismus“
1881-1905 Pogrome (=Verfolgungen) gegen Juden in Russland führen zu starken Auswanderungswellen nach Palästina, den sogenannten „Alijahs“ (=Aufstiege), Auswanderung aber auch in die USA
1895 Der Wiener Journalist Theodor Herzl schreibt in Paris das Buch „Der jüdische Staat“ infolge der antisemitischen Hetze gegen den französischen Juden und Offizier Dreyfus, der ungerechtfertigt verurteilt wurde
1896 28‘000 Juden, 8‘500 Moslems und 8‘700 Christen wohnen in Jerusalem
1897 Erster Zionistenkongress in Europa, in Basel

1904-1914 Die 2. Alijah war eine sozialistisch motivierte Einwanderung nach Israel
1909 Gründung der jüdischen Stadt Tel Aviv am Mittelmeer
1917 Die britsche Regierung erlässt die „Balfour-Declaration“ (=Erklärung), worin einer nationalen Heimat für das jüdische Volk zugestimmt wurde. Die britsche Herrschaft über Israel unter General Allenby begann.
1920-1929 3. Alijah: etwa 100'000 Juden wandern ein (und in Russland verhungern Millionen von Menschen); Gründung der Histadruth, der jüdischen Gewerkschaft
1923 England wird offiziell Mandatsmacht in Palästina
1936 Beginn der „Araberunruhen“ in Palästina mit Generalstreik wegen Einwanderung der Juden. England verschärft militärische Kontrolle
1938 Reichskristallnacht in Deutschland: Nazis zerstören jüdische Einrichtungen
1939 Beginn des 2. Weltkriegs. Weltweit gibt es jetzt fast 17 Mio. Juden, davon 9,5 Mio in Europa und 5 Mio in Amerika. England setzt knappe Einwanderungsquoten für Juden in Kraft, die nach Palästina wollen
1942 Die Nazis beschliessen an der Wannseekonferenz die Endlösung der
Juden, was zur Ermordung von ca. 6 Mio. europäischen Juden führt. In Palästina herrscht Kleinkrieg zwischen Engländern, Palästinensern und Juden
1947 England kündigt an, das Mandat den Vereinigten Nationen zu übergeben. Diese empfehlen die Teilung Palästinas in einen arabischen und jüdischen Staat und eine internationale Verwaltung für Jerusalem
1948 Am 14. Mai wird der Staat Israel proklamiert und David Ben Gurion steht an der Spitze einer provisorischen Regierung. Das britische Mandat war beendet worden, der Unabhängigkeitskrieg und die arabische Invasion beginnt, weil die Palästinenser den UN-Teilungsplan nicht akzeptieren. Israel kann sein Staatsgebiet ausdehnen von einem Flickenteppich zu einem geschlossenen Territorium gemäss dem UN-Teilungsplan
1956 Israel besetzte die aegyptische Sinaihalbinsel und den Gazastreifen
1961 Prozess gegen den Nazischergen Adolf Eichmann in Jerusalem
1967 Sechstagekrieg: Israel erobert vom 5. bis 10. Juni die Westbank (=West-jordanland mit Judäa und Samaria), die Golanhöhen und ganz Jerusalem
1973 Yom-Kippur-Krieg: Ueberraschungsangriffe von Aegypten und Syrien auf Israel am Fest von „Yom-Kippur“, doch Israel kann sie zurückschlagen. Die arabischen Staaten (OPEC) setzen erstmals Erdöl als wirtschaftliche Waffe gegen den Westen ein (Erdölkrise 1973-75)
1978 Friedensschluss in Camp David zwischen Israel und Aegypten. Bis 1982 räumt Israel die eroberte Sinaihalbinsel
1982 Libanonkrieg: Israel greift den Südlibanon an, um seine Nordgrenze zu schützen
1990-91 Golfkrieg in Kuwait: Irak erobert Kuwait, die USA und England befreien es und besetzten den Südirak. Irak schoss einige Scud-Raketen nach Israel
1993 Das Abkommen von Oslo sichert Palästinensern weitreichende Autonomie in Gaza und Westbank zu
2000 Die Friedensverhandlungen mit den Palästinensern scheitern vor allem wegen Maximalforderungen und führen zu Gewaltwellen (al-Aqsa-Intifada)
2005 Der iranische Präsident droht Israel mit vollständiger Zerstörung
2006 Israel greift die „Hizbollah“ (=Kämpfer Gottes, Schiiten) im Südlibanon an


Quellen:
· GEOEPOCHE Nr. 20: Die Geschichte des Judentums
· GEO Nr. 4/April 1998 mit Artikel: 50 Jahre Israel. Der Kampf um das Gelobte Land
· Guggenheim Willy: 30 mal Israel. Piper München 1973
· Penkazki Werner: Israel, der dritte Weltkrieg und wir. Bad Berleburg 2002
· Punkt: Zeitschrift-Ausgabe 2/1992
· Reformierte Presse: Israel & Palästina, Beilage zur Ref. Presse N° 41/2001

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Sonntag, April 27, 2008

Der Koran aus kulturwissenschaftlicher Sicht

Der Einfluss persischer religiöser Raster auf Vorstellungen im Koran. Dieser kurze Beitrag ist wiederum von Volker Popp auf den Seiten 441-455 und umfasst folgendes:
Die arabische Halbinsel war lange Zeit Teil des iranischen Kulturkreises. Die babylonischen Juden waren ein Fremdkörper in Persien. Paradiesvorstellungen übernahmen sie von dort. „Dên“ war göttlich-menschliche Weisheit, eine Art endzeitlicher Glückszustand. Syrisch-iranische Christen verschmolzen dies mit ihrem Glauben. Die Perser selber wiederum nutzten das ganze indo-iranische Sprachgut (für ihre Religion und Kultur), arabisch war der westliche Teil davon. So stammen die grossäugigen Huris ursprünglich aus Indien und waren dort Kuhaugen, in Syrien des 6. Jh. wurden sie zu Trauben. Christliche, syrische Erzväter fütterten Seelen mit Trauben. Und im Iran stellte man sich das Paradies als ewiges Familienfest vor.
Auch die Engel stammen auch aus der persischen Gedankenwelt, „frawahr“ war ihr Totengeist, „fravaschis“ waren beherrschende Mächte und „malik“ war der königliche Gott.
Der Koran hat also auch persischen Hintergrund. Seine Editoren waren Pharisäer und arabische Scharifen der christlichen Gemeinschaft, die von persischer Orthodoxie geprägt waren. Das kommt im „dîn“, dem Glauben, oder genauer: der Beschaffenheit des Glaubens, dem geraden und rechten Weg zur Geltung.

Neue Wege der Koranforschung aus vergleichender sprach- und kulturwissenschaftlicher Sicht. Von Markus Gross auf Seiten 457-639.
Aramäisch war eine Weltsprache und die Verwaltungssprache im persischen Reich, das von Aegypten bis nach Afghanistan reichte. Nach Luxemberg war der primäre Korantext unpunktiert und unvokalisiert, der sogenannte „rasm“. Im islamischen Verständnis ist der Koran unerschaffen und dem Profeten stückweise offenbart worden. Die „Burda“ ist ein Lobgedicht auf Muhammad von Al-Busîrî. Dem Koran selber fehlt ein schöner Rhythmus, das ist ein Hinweis auf eine schriftliche Ueberlieferung. Mekkanische Suren sind zu unterschiedlich lang, medinesische zu unterschiedlich und zu lang. Daher sei der Koran nicht besonders schön, schwer zu lernen und oft langweilig infolge (zu) vieler Wiederholungen. Sein Wert sei religiös motiviert. Die Uneindeutigkeit der damaligen arabischen Sprache kann als Rückschritt aufgefasst werden.

Gross ist ein profunder Sprachkenner, der die Zusammenhänge der verschiedenen Sprachen akribisch zu kennen scheint. Er unterscheidet indogermanische und afroasiatische Sprachen. Zu ersteren gehören Vedisch und Altgriechisch, zu letzteren zählen Akkadisch und Altägyptisch, die aber schlecht belegt sind.
Das arabische Wort für Koran „qur’än“ stammt vom syrischen „qaryänä“, was Lektionar bedeutet. Inhaltlich wurde mit „Es gibt keinen Gott ausser Allah“ stark auf das jüdische Bekenntnis Bezug genommen: „Jahwe ist unser Gott, Jahwe ist einer“. (Anklänge davon gibt es auch im Sikhismus mit „Ik Onkar“, was „Eins Gott“ heisst und den „Om-Macher“ meint.)
Auch Christen waren vom Judentum beeinflusst. Das jüdische Kaddisch-Gebet führte vermutlich zum syrischen Vaterunser: „Vater unser im Himmel; geheiligt sei dein Name, es komme dein Reich zu Ewigkeit der Ewigkeiten. Amen.“
Auch Mani spielte noch eine Rolle. Sein Vater war ein parthischer Adliger, der der aramäisch-christlichen Sekte der Elkesaiten angehörte. Mani selber reiste 240 nach Afghanistan und Indien, wo er den Hinduismus und Buddhismus kennenlernte. 276 wurde er von einem Sassanidenherrscher hingerichtet, und er hinterliess eine sykretistische Religion.

Muhammad als Name geht sicher zuerst aufs Ugaritische „mhmd“ und später aufs Hebräische „machmäd“ zurück und bedeutet: begehrenswert, anmutig und lieblich. Verwandt sind auch „mach’mod“ Kostbarkeiten, „chemad“ Anmut und Schönheit und „chämad“ verlangen, begehren, loben und Gefallen finden bedeutet. Im südarabischen gibt es noch „chmd“, was preisen heisst.
Danach zeigt Gross auf, dass auch die Bezeichnungen für Gott sprachlich zusammenhängen: „ilu“ ist akkadisch, „il“ ugaritisch, „el“ Hebräisch und „iläh“ arabisch. "Allah" wiederum stammt vom syrischen „alähä“. In 29 der ältesten Suren kommt das Wort „Allah“ nicht vor. Im Koran, in den mekkanischen Suren wurden vorwiegend ostsyrische Wörter aufgenommen, „Allah“ jedoch aus der westsyrischen Sprache.
Westliche Forscher übernehmen meist aus politischer Korrektheit mündliche Ueberlieferungen aus arabisch-islamischer Tradition, die Kennzeichen dafür fehlen im Koran selber. Die islamische Frühgeschichte wurde durch Moslems rekonstruiert statt wissenschaftlich erforscht.

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Mittwoch, April 23, 2008

Von Ugarit nach Samarra

Eine archäologische Reise auf den Spuren Ernst Herzfelds von Volker Popp auf den Seiten 13-222.
Popp versucht als erstes Namen und Begriffe zu klären: „M(u)H(a)M(ma)D“ ist ugaritisch und meint eine ausgesuchte Qualität des Golds von höchster Reinheit, im übertragenen Sinne also ausgewählt, auserkoren, erwählt und auserwählt.
(A)r(a)bî“ bedeutet zuerst Westen, dann Bewohner des Westens (von Persien aus gesehen), dann Beduinen, beduinisch und erst schlussendlich arabisch.
Die Sassaniden stammten aus dem Südiran. 500nChr entstand die syrische Daniel-Apokalypse, die Jesue als Sieger „mansûr“ bezeichnete. 540 wurden die Christen Antiochiens nach Persien deportiert. Jesus als Abkömmling des göttlichen Glanzes ist eine persische Idee.
Wichtig war dann das Jahr 622, das Jahr der Araber, denn da wurden die persischen Sassaniden von den Byzantiner unter Herakleios in Armenien geschlagen. Das war der Beginn einer neuen Zeitrechnung und bedeutete für die christianisierten Araber, die mesopotamischen „Lakhmiden“, monophysitischen „Ghassaniden“ und syrischen „Omaiyaden“ das Ende der sassanidischen Unterdrückung und somit Selbstherrschaft. (Die Omaiyaden waren altgläubige, häretische Christen, die über „koranisches“ Material verfügten. Für sie war Jesus der Gottesknecht „abdallah“ und Erwählte „muhammadun“, sie lehnten die klassisch-griechische Trinität Gottes ab.)
Ab 628 herrschte Frieden zwischen den Grossmächten Persien und Byzanz. Die syrische Alexanderlegende wurde 629 geschrieben und diente als byzantinische Reichseschatologie gegen Persien. Der persische Schah war der Antichrist und Pharao im (arabischen) Koran, nur so konnte Israels Geschichte wiederholt und angeeignet werden.
638 gingen Syrien und Aegypten für Byzanz verloren. Ab 661 steht „MHMMD“ für sassanidische Herrscher auf Münzen. Und es wurden Bleiplomben gefunden, in denen der arabische Herrscher Abd al-Malik, der in Erwartung der Wiederkehr des Messias lebte, sich als neuer „Joschua“ fühlte und 686-706 regierte, einschreiben liess: „Es gibt keinen Gott, ausser Gott allein, er hat keine Beigesellung, erwählt ist der Gesandte Gottes“. Einen ähnlichen, vornizenischen Text gibt es auch im Felsendom, der den Wiederaufbau des Tempels verkörperte: „Der Erwählte „muhammad/un“ ist Jesus, Sohn der Maria, er ist der Messias „al-Masîh“.
Folgende Bezeichnungen gelten primär als Begriffe und Prädikate und nicht als Namen:
· “abd-Allâh Harûn amir al-mû’minin” Knecht Gottes Aaron Landpfleger oder Sicherheitsgewährer
· „Alì“ Erhabender, Koranleser, scheiternder Jesus, später auch angeblicher Schwiegersohn des Profeten, der 661 gestorben sei
· “Allâh rabb al-hukm” Gott ist Herr des Befehls oder Gesetzes (ab 675)
· „Amîr al-mu’minîn“ Polizeichef
· „Bahîra“ Mönch
· „bism’llâh walî Allâh“ im Namen Gottes ist er der Beauftragte oder Stellvertreter
· „Imâm“ Führer, Merkmal, Muster, Sprecher oder Vorbild (seit 815) geht auf „ma’mûn“ zurück, das „der, dem man vertraut“ bedeutet
· „Khal(î)fat Allâh” Sprecher oder Stellvertreter Gottes
· „Mahdi“ Herrschaft Abwesender oder Verborgener oder Rechtgeleiteter
· „Mansûr“ Sieger, siegreich oder „dem der Sieg gegeben wird“
· „(mu)sl(i)m“ Anhänger der Eintracht
· “Rasûl” Apostel oder Gesandter
· „walî’ahd al-muslimîn“ Beauftragter im Bund der Friedfertigen
· „walî al-amr“ Stellvertreter im Befehl
· „Walî’llâh“ Beauftragter, Bundesgenosse, Freund, Heiliger, Sachwalter, Stellvertreter oder Verwandter Gottes (ab 692, kommt heute noch im Schiismus vor)

Von 663-674 verwüstete Mu’awiya mit Arabern Kleinasien bis Konstantinopel. Westliche Syrer waren monophysitische Christen, östliche Syrer wurden erst um 680 nestorianische Christen, diese Differenz ist auch im Koran enthalten: 2,135 & 141; 3,110; 5,73 & 82. Erstmals taucht 687 „MHMT“ in persischer Schreibweise auf. 698 wurde die „Apokalypse“ erwartet. Um das Ueberleben in dieser schwierigen Zeit zu sichern, wurde „Isâ bn Maryam“ fallen gelassen. „Dîn“, der gute, rechte, reine, unbeugsame und wahre Glaube(nsgeist) im Sinne einer Bindung an Gott wurde dagegen wichtiger und „islâm“ wurde als Abwesenheit von Streit und Eintracht verstanden von den strengen Persern. Neue, bildlose Münzen mit anonymen Inschriften tauchten auf. Jerusalem wurde als geistliches Zentrum aufgegeben und Damaskus wurde als Stadt mit dem Patron Johannes dem Täufer wichtiger. 702 wurde „al-Walîd, der Sohn Abd al-Malik zum Kronprinzen ernannt.
717-740 Belagerung Konstantinopel und Niederlage der Araber
Karl Martell siegte 732 bei Poitiers und 737 bei Narbonne gegen die anrückenden Muslims und rettete die Franken und somit das Abendland. Karl der Grosse verdammte die Lehre eines adoptierten Sohnes Gottes, mit der die spanischen Bischofe liebäugelten, die näher beim Islam waren.
754 erfolgte eine anonyme Goldprägung mit dem Motto aus dem Koran 9,33: „Er ist es, der den Gesandten geschickt hat...“ Das Leben Mohammeds wurde erstmals von Ibn Ishaq, gestorben 768, biografisiert. Die Grundlinien des Islams wurden etwa um 800 festgelegt, erst jetzt wurden diakritsche Zeichen des Korans festgelegt, die zu neuer Lesung führte. Rechtsschulen festigten die reine Lehre und Zweifel wurden eliminiert. Auf 822 wird die früheste geprägte Münze Mekkas datiert, auf 870 ein Goldmünze. 823-826 wurde die Hierarchie im persischen Raum neu organisiert. Neue Namen und Bezeichnungen wurden eingeführt. Es fand eine Art Uebergang von „proto-schiitischer“ zu „proto-sunnitischer“ Herrschaftspraxis statt. Für die Perser war Christus der Profet des Westens, der in Medina begraben war, und Zoroaster der Profet des Ostens, der in Chorasan begraben war. Mohammed war nicht als Fürsprecher am Tag des jüngsten Gerichts gedacht. Wichtige „Erkenntnisse“ über Mohammed stammten später von Ijad al-Jahsubi, der 1148 gestorben ist. Er bezeichnete Zweifel an der Allzuständigkeit Mohammeds als verwerflichen Abfall vom Islam, der mit dem Tod zu bestrafen sei. Er sagte: „Beachte nicht Historiker...“

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