Montag, März 20, 2017

Die Metamorphose: Von Jesus zu Muhammad

613 besetzte Persien Syrien, 614 Jerusalem und 619 Ägypten. 622 wurde Persien von Byzanz in Armenien vernichtend geschlagen, wobei die arabischen Emire als Vasallen dienten. Es war auch ein christlicher Sieg über die persischen Feueranbeter, der eine neue arabische Zeitrechnung, die kata araba rechtfertigte. Muhammad und seine Eroberungskriege dagegen sind geschichtswissenschaftlich nicht belegt. Es gibt keine Nennungen der Worte Muslim und Islam aus dem 7. und 8. Jahrhundert. 753 wurde erstmals Meshlem erwähnt, was Muslime heisst und rechtgläubige, arabische Christen meinte, die syrische Christen waren und den Judenchristen nahe standen. Auch Abd al-Malik (646-705) war ein arabischer Christ und Herrscher. Al-Mamun (786-833) führte ein Kalifat Allah ein. 875 tauchte erstmals ein zusammengefügter Koran in arabischer Schrift auf. Muhammad war nun eine reale Person geworden, die von Bakka in Mesopotamien nach Mekka in Arabien verlegt wurde. Aus dem aramäischen Platz der Gottesverehrung Masjid war die Moscheee, das islamische Gotteshaus mit Gebetsnische nach Mekka, geworden. Auch die Form der Kaaba erinnert an eine judenchristliche Kirche, die zur Moschee gemacht wurde. Historisch gesehen ist der Islam nicht direkt aus dem Himmel gekommen, sondern hat sich aus Heidentum (mit den Göttinnen Allat und Uzza), Judentum und Christentum gebildet. Der Koran kam nicht exklusiv und in reinem Arabisch vom Himmel an den Analphabeten Muhammad, sondern er ist prozesshaft aus dem Qeryan, dem christlichen Liturgiebuch der Aramäer, entstanden. Die Beduinengesellschaft, die Sehnsucht und das Bedürfnis nach Abgrenzung vom westlichen, trinitarischen Christentum hat die Bildung eines eigenen Buches mit eigener Sprache befördert. So ist der Koran in Koranarabisch entstanden mit seinem theologischen (mekkanische) und juristischen Teil (medinesische Suren), worin Jesus seine göttliche Sonderstellung verloren hatte.

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Dienstag, März 14, 2017

200 Jahre Abwesenheit: Der historische Muhammad

Mwawiya war Amir al-Muminin, der erste Kalif der Omayaden-Dynastie, Statthalter Byzanzs und arabisch-christlicher Herrscher Syriens, Iraks und Irans. 622 besiegte Byzanz unter Kaiser Herakleios Persien, das damals als Antichrist galt. 682 wurde Abd al-Malik aus dem turkmenischen Marw Herrscher. Auch er war ein arabischer, syrischer und nestorianischer Christ und vollendete den Felsendom 694. „Muhammad“ war damals noch kein Name, sondern hiess einfach Gepriesener; sowie „Abd AllahKnecht Gottes und „Isa bi MaryamJesus, Sohn der Maria bedeutete. Muhammad ist historisch kaum fassbar; eine früheste Erwähnung stammt aus dem Jahr 780, die meisten Erwähnungen tauchen erst 830-930 nach Christus auf. Ab 660 gab es persische Münzen mit „Muhammad“. Es gibt keine ausserislamische Quellen zur Person Muhammads; aber arabische Christen hatten Sehnsucht und Bedürfnis nach einem eigenen Prophet und Buch, gerade auch weil sie von Byzanz unterdrückt und marginalisiert wurden. Weitere Beinamen, Titel und Attribute für Muhammad waren „Ahmad“ Gepriesener, „Kahtim“ Siegel, „Haschir“ der Erwecker, „Akib“ letzter Prophet und „Machiy“ Sündentilger.

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Sonntag, März 12, 2017

Ein perfekter Mensch: Der Prophet Muhammad nach traditionellen Berichten

Nach islamischer Tradition wurde Muhammad 570 in Mekka geboren und ist 632 in Medina gestorben. Er stammte aus einer Haschemiten-Sippe des Kuraisch-Stammes, sein Vater hiess Abd Allah und seine Mutter Amina. Er war zuerst Schaf- und Ziegenhirte, dann Karawanenführer und kam auch mit einem christlichen Mönch in Kontakt. Mit 39 Jahren heiratete er die reiche, 55 jährige Khadidscha, mit der er sechs Kinder gehabt haben soll. Er war Verehrer der Allat und Uzza, der Göttinnen des Mondes, des Morgensterns und der Fruchtbarkeit. Dank dem Reichtum seiner Frau konnte er sorglos leben, wurde religiös und mystisch und ging oft in die Wüste, wo er Offenbarungen Gottes empfangen haben soll. 622 flüchtete er als Gottgläubiger aus dem heidnischen Mekka ins jüdisch-christliche Medina. Dort wurde er besser aufgenommen und konnte auch lehren. 642 besiegte er mit 300 Mann die Mekkaner, 644 eroberte er Mekka. Er hatte dann 9-23 Frauen, je nach Quelle, jedoch keine Söhne, zahlreiche Sklaven und viel Vermögen.

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Samstag, März 11, 2017

Vom Volk für das Volk: Hadithe: Sprüche und Taten des Propheten

Hadithe sind Aussprüche und Handlungen des Propheten, die die Entstehungsgeschichte des Islam abbilden. Es sind aber nicht historisch verwertbare Quellen, da sie eher Märchensammlungen gleichen. Sira ist die Lebensbeschreibung des Propheten. Sunna ist die Tradition, das Gesagte, Getane und Berichtete über den Propheten. Autoren der sechs Hadithesammlungen sind: • Ibn Ishak (704-770; Geschichtsschreiber aus Medina; seine Hadithe sind nicht belegt) • Ibn Hisham (?-834; Historiker aus Basra; seine Hadithe sind nicht kanonisiert worden) • Al-Buhari (810-870; usbekischer Islamgelehrter, der 7'400 aus 600'000 Hadithen ausgewählt hat) • Muslim (817/821-875; persischer Hadithensammler) • Ibn Madscha (824-886; persischer Gelehrter, Schriftsteller und Hadithensammler) • Abu Dawud (+ 888; 4'800 aus 500'000 Hadithen ausgewählt) • Tirmidhi (+ 892) • Nasa’i (+ 915)

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Donnerstag, März 09, 2017

Das Buch, in dem Olivenöl ist: Der Koran der Wissenschaften

Früharabisch kennt 15 Schriftzeichen, aber davon sind nur sieben eindeutig festgelegt, sechs sind zweideutig, eines ist drei- und eines ist sogar fünfdeutig. Das hat auch mit dem Konsonantengerüst rasm zu tun. Es gibt viele frühe Koranfragmente, aber keinen Urkoran; der Urkanon ist eine islamische Fiktion, die der wissenschaftlichen Forschung nicht standhält. Es gibt (bislang) keine Quellenforschung, da diese von vielen islamischen Gelehrten und Führern nicht erwünscht ist.

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Mittwoch, März 08, 2017

Der traditionelle Koran: Die fehlerlose Kopie aus dem Himmel

Ein zentrales Dogma des Islam ist, dass der Koran unerschaffen sei. Muhammad habe den Text von Gott durch die Vermittlung des Erzengels Gabriel in 23 Jahren mündlich erhalten und so an seine Nachwelt überliefert. Jedes Wort sei darum korrekt, authentisch, unverrückbar, heilig und ewig gültig. Und es gäbe nichts auf der Welt, was nicht im Koran enthalten wäre. Der Koran in der Fassung des Kalifen Othman sei der einzig authentische, und die Fassung von Kairo 1924 entspreche diesem und sei somit die identische Kopie des im Paradies aufbewahrten Original (Seite 15). Fakt ist, dass der Koran aus 114 Suren à 4 bis 286 Versen besteht; die längste ist am Anfang, die kürzeste am Schluss angeordnet. Er ist arabisch verfasst, aber auch da schwer verständlich; er enthält zudem viele Fremdwörter aus dem Aramäischen, Persischen, Griechischen und Hebräischen, was aber von den meisten Koranlehrern nicht anerkannt wird. Frühere Verse können durch spätere aufgehoben werden; so werden mekkanische Suren durch medinische überholt und aufgehoben.

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Dienstag, März 07, 2017

Norbert G. Pressburg: Good Bye Mohammed

Der deutsche Autor Norbert G. Pressburg versuchthat mit seinem Buch Good Bye Mohammed. Das neue Bild des Islam, das 2012 bei Book on Demand in Norderstedt unter der ISB-Nummer 978-3-8448-5372-8 erschienen ist, ein aktelles Bild der Islamforschung zu zeichnen. Er will den Stand des Wissens über den Islam im 21. Jahrhundert darstellen. Denn für Pressburg hat die Islamforschung erst im 19. Jahrhundert begonnen, da historisch-kritische Islamforscher erst seit damals die Entstehungs- und Frühgeschichte dieser Weltreligion aus wissenschaftlichen Gründen in Frage stellen würden. Das späte Forschen hat vor allem religiös-kulturelle Gründe, der Autor nennt folgende: Der Islam war im Westen eine wenig bekannte, interessante und respektierte Religion gewesen. Er rückte erst mit dem Ölschock und den Attentaten ins Bewusstsein des Westens. . . . . Pressburg benennt auch die wichtigsten historisch-kritische Islamwissenschaftler, die wie er die traditionelle Sicht der Entstehungs- und Frühgeschichte des Islam in Frage stellen. Es sind dies: • Gustav Weil (1808-1889), deutscher Orientalist, Übersetzer von Tausend und einer Nacht und Verfasser von historischer Werke über Mohammed und die Kalifenzeit • Aloys Sprenger (1813-1893), österreichischer Orientalist • William Muir (1819-1905), schottischer Kolonialpolitiker, Orientalist, Missions- und Islamwissenschaftler, bekanntestes Werk: The Life of Mahomet and History of Islam. 1861 • Theodor Nöldeke (1836-1930), deutscher Orientalist • Julius Wellhausen (1844-1918), deutscher Alttestamentler und Orientalist • Ignaz Goldziher (1850-1921), ungarischer Orientalist • Henri Lammens (1862-1937), belgischer Jesuit und Orientalist • Leone Caetani (1869-1935) italienischer Historiker und Politiker • Régis Blachère (1900-1973), französischer Arabist und Orientalist • Lucian Klimowitsch (1907-1989), russischer Orientalist • Günter Lüling (1928-2014), deutscher evangelischer Theologe und Arabist • Suliman Bashear (1947-1991), palästinenischer Islamwissenschaftler • Christoph Luxenberg (ist ein Pseudonym für einen deutschen Aramist und Arabist)

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