Sonntag, März 26, 2017

Die „Goldenen Zeiten“ des Islam: Verklärte Blicke in eine nicht existente Vergangenheit

Als „Goldene Zeiten“ des Islam gelten der Prophet und seine Nachfolger, die „rechtgeleiteten“ Kalifen und die Eroberungen bis China und Spanien. Auch beduinische Raubzüge wurden als islamische Glaubenseroberungen annektiert und so dargestellt. Noch heute weigert sich die „Salafiyya“ die real gewesenen Entwicklungen zu akzeptieren und konserviert und glorifiziert die „Goldenen Zeiten“. Auch nichtislamische Gelehrte und Forscher werden als Muslime dargestellt, obwohl sie es nicht waren oder es zumindest umstritten ist, weil sie unfrei unter islamischer Herrschaft waren: • Jakub ibn Ishak al-Kindi (800 in Kufa-873 in Bagdad), arabischer Philosoph & Mathematiker • Hunain ibn Ishak (808 in al-Hira-873 in Bagdad), christlich-arabischer Arzt und Übersetzer • Thabit ibn Kurra (834 in Harran-901 in Bagdad), heidnischer Sabier, Arzt und Astronom • Muhammad ibn Zakarija ar-Razi (865 in Teheran-925 in Teheran), persischer Arzt & Optiker • Al-Farabi (870 in Otri-950 bei Damaskus), kasachischer Gelehrter und Philosoph • Ibn al Haitham (965 in Basra-1040 in Kairo), arabischer Mathematiker, Optiker & Astronom • Abu Ali ibn-Sina “Avicenna“ (979 in Buchara-1037 in Hamadan), persischer Arzt • Al-Biruni (976 in Kath-1048 in Ghazna), usbekischer Astronom, Physiker, Geograph und Philosoph. . . . . . . Wirklich muslimische Gelehrte waren: • Ibn Ruschd „Averroës“ (1126 in Cordoba-1198 in Marrakesch) , andalusischer Arzt, Philosoph und Physiker; kein orthodoxer Muslim • Al-Ghazali (1058 in Tuz-1111), persischer Theologe, Philosoph und Mystiker; mit ihm begann die „versiegelte Zeit“ nach Dan Diner • Omar Ghayyam (1048-1123 in Nischapur), persischer Philosoph, Mathematiker und Dichter. . . . . . . Pressburg sieht es auf Seite 178 so: Goldene Zeiten“ gab es in der arabischen Wissenschaft, die aber mit dem Aufkommen des Islam abrupt eine Ende fand.

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Dienstag, März 07, 2017

Norbert G. Pressburg: Good Bye Mohammed

Der deutsche Autor Norbert G. Pressburg versuchthat mit seinem Buch Good Bye Mohammed. Das neue Bild des Islam, das 2012 bei Book on Demand in Norderstedt unter der ISB-Nummer 978-3-8448-5372-8 erschienen ist, ein aktelles Bild der Islamforschung zu zeichnen. Er will den Stand des Wissens über den Islam im 21. Jahrhundert darstellen. Denn für Pressburg hat die Islamforschung erst im 19. Jahrhundert begonnen, da historisch-kritische Islamforscher erst seit damals die Entstehungs- und Frühgeschichte dieser Weltreligion aus wissenschaftlichen Gründen in Frage stellen würden. Das späte Forschen hat vor allem religiös-kulturelle Gründe, der Autor nennt folgende: Der Islam war im Westen eine wenig bekannte, interessante und respektierte Religion gewesen. Er rückte erst mit dem Ölschock und den Attentaten ins Bewusstsein des Westens. . . . . Pressburg benennt auch die wichtigsten historisch-kritische Islamwissenschaftler, die wie er die traditionelle Sicht der Entstehungs- und Frühgeschichte des Islam in Frage stellen. Es sind dies: • Gustav Weil (1808-1889), deutscher Orientalist, Übersetzer von Tausend und einer Nacht und Verfasser von historischer Werke über Mohammed und die Kalifenzeit • Aloys Sprenger (1813-1893), österreichischer Orientalist • William Muir (1819-1905), schottischer Kolonialpolitiker, Orientalist, Missions- und Islamwissenschaftler, bekanntestes Werk: The Life of Mahomet and History of Islam. 1861 • Theodor Nöldeke (1836-1930), deutscher Orientalist • Julius Wellhausen (1844-1918), deutscher Alttestamentler und Orientalist • Ignaz Goldziher (1850-1921), ungarischer Orientalist • Henri Lammens (1862-1937), belgischer Jesuit und Orientalist • Leone Caetani (1869-1935) italienischer Historiker und Politiker • Régis Blachère (1900-1973), französischer Arabist und Orientalist • Lucian Klimowitsch (1907-1989), russischer Orientalist • Günter Lüling (1928-2014), deutscher evangelischer Theologe und Arabist • Suliman Bashear (1947-1991), palästinenischer Islamwissenschaftler • Christoph Luxenberg (ist ein Pseudonym für einen deutschen Aramist und Arabist)

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Montag, Dezember 29, 2014

6: The Death and Rebirth of Science (Der Tod und die Wiedergeburt der Wissenschaft)

Die griechische Astronomie war eher mystisch bestimmt als ein wissenschaftlicher Vorgang. 200 vor Christus bis 300 nach Christus waren zudem Jahrhunderte der wissenschaftlichen und technischen Stagnation, weil die Römer kaum Neues kreierten, sondern nur ihre Macht demonstrierten und zementierten. Auch Potomeläus war mehr Philosoph als Wissenschaftler, der Grieche Proclus (410-485) war der letzte antike Mensch, der astronomische Entdeckungen machte. Die wissenschaftliche Revolution der Neuzeit bereitete dem griechischen astronomischen System ein jähes Ende, deren Vertreter alle Christen unterschiedlicher Konfession und Intensität waren. Als sich Galileo (1564-1642) 1613 zu Kopernikus (1473-1543) bekannte, wurde er nicht gleich von seinen Freunden abgelehnt oder von der Kirche zensuriert. Der Dominikaner Tommaso Campanella (1568-1616) verteidigte ihn, der Karmelit Paolo Antonio Foscarini (1562-1616) unterstützte seine Sicht; und Maffeo Barberini, als Papst Urban III, (1568-1644) bewunderte Galileo sogar. Auch der Astronom und evangelische Christ Johannes Kepler (1571-1630) wurde von den katholischen Jesuiten gefördert und geschützt, als die konfessionellen Differenzen oft gewaltsam ausgetragen wurden.

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