Mittwoch, März 08, 2017

Der traditionelle Koran: Die fehlerlose Kopie aus dem Himmel

Ein zentrales Dogma des Islam ist, dass der Koran unerschaffen sei. Muhammad habe den Text von Gott durch die Vermittlung des Erzengels Gabriel in 23 Jahren mündlich erhalten und so an seine Nachwelt überliefert. Jedes Wort sei darum korrekt, authentisch, unverrückbar, heilig und ewig gültig. Und es gäbe nichts auf der Welt, was nicht im Koran enthalten wäre. Der Koran in der Fassung des Kalifen Othman sei der einzig authentische, und die Fassung von Kairo 1924 entspreche diesem und sei somit die identische Kopie des im Paradies aufbewahrten Original (Seite 15). Fakt ist, dass der Koran aus 114 Suren à 4 bis 286 Versen besteht; die längste ist am Anfang, die kürzeste am Schluss angeordnet. Er ist arabisch verfasst, aber auch da schwer verständlich; er enthält zudem viele Fremdwörter aus dem Aramäischen, Persischen, Griechischen und Hebräischen, was aber von den meisten Koranlehrern nicht anerkannt wird. Frühere Verse können durch spätere aufgehoben werden; so werden mekkanische Suren durch medinische überholt und aufgehoben.

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Samstag, März 02, 2013

Amsterdamer Schule

Mit dem Begriff „Amsterdamer Schule“ werden auch bestimmte, vorwiegend reformierte Theologen der Niederlande im 20. Jahrhundert bezeichnet, die bewusst auch jüdische Sichtweisen zugelassen und Lernen von der Hebräischen Bibel gefördert haben. Dies hat im Speziellen für das Bibelverständnis und die Bibelwissenschaft gegolten. Denn Amsterdam war das sogenannte „Mokum“, in Hebräisch „Maqom Alef“, was den „ersten Ort“ bezeichnete. Diese holländische Stadt war für viele Juden nach der Vertreibung aus Spanien 1492 und etwas später aus Portugal zur neuen, sicheren Heimat, zum „Jerusalem des Westens“ geworden. Diese Heimat wurde erst 1942, als die Nazis die Juden aus den Niederlanden deportiert und vernichtet hatten, jäh unterbrochen und zerstört. Zum Bibelverständnis: Es geht um die Dialektik Lesen und Hören: · Literarisches Auge für den Text · Theologisches Ohr für das Wort · Hörend lesen, lesend hören und lernen · Text zum Klingen bringen, so dass er sich vernehmen lässt und zur Ansprache wird (=hören) Weiter sind folgende Prämissen und Punkte zu beachten: · Die Vielfalt der Bibel weist viele innere Beziehungen auf · Die biblischen Texte sind aus verschiedenen Elementen zusammengewachsen, trotzdem sind sich als organische Einheit zu begreifen (nach Martin Buber) · Wir werden immer im Defizit gegenüber dem Bibeltext bleiben · Die Schrift wird in jeder Situation neu zu Menschen sprechen · Gott spricht verstehbar durch biblische Texte · Wir können die Schrift nur deuten, wenn auch die Schrift uns selbst deutet · Der Text darf es sagen, er ist in seiner Endgestalt zu respektieren, er ist ein sinnvolles Ganzes, eine Einheit, auch wenn er zusammengefügt sein sollte. Er ist die Instanz, die unser Leben kritisiert. Durch ihn kommt Gottes Wort und Handeln zur Sprache. · Die Bibel legt sich selbst aus und kritisiert sich selbst · Der biblische Text in seiner Einheit ist wichtiger als jede Methode, das gilt auch für die historisch-kritische Methode. Denn es gibt keine wertfreie Interpretation! · Jeder der Schulung durch die Schrift sucht, kann zugleich lernen und lehren · Das Fächerübergreifende ist wichtig, das Gespräch zwischen den verschiedenen Richtungen Herangehensweise: · Vorläufige Uebersetzung · Kontext und Parallelstellen · Stilistische Erscheinungen hervorheben · Subjekte (Wer?) und Gliederung · Inhaltliche Fragen: Themen und Bedeutung · Thesen · Assoziationen und Anspielungen erkennen · Was geschieht mit mir beim Schreiben, Lesen und Hören? · Kommentare möglichst spät beiziehen, wenn überhaupt! Vertreter oder Nahestehende waren und sind: · Frans H. Breukelman, 1916-1993, Pfarrer und Theologieprofessor in Amsterdam · Karel A. Deurloo, geboren 1936, Theologieprofessor (und Nachfolger von Breukelman) in Amsterdam · Friedrich Wilhelm Marquardt, 1928-2002, Theologe, Pfarrer, Studentenpfarrer und Theologieprofessor in Berlin · Kornelis Heiko Miskotte, 1894-1976, Pfarrer und Theologieprofessor in Leiden · Huub Osterhuis, geboren 1933, Philosoph und Theologe, ehemaliger Jesuit und Priester, lebt in Amsterdam · Nico Ter Linden, geboren 1936, Pfarrer an der „Westerkerk“ in Amsterdam · Ton Veerkamp, geboren 1933, ehemaliger Jesuit und Priester, Studentenpfarrer in Berlin, Publizist, lebt heute in Norddeutschland · u.a.m. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Quellen: · Artikel von Uwe Bauer (2006) „Amsterdamer Schule“ im wissenschaftlichen Bibellexikon (WiBiLex) der deutschen Bibelgesellschaft: http://www.bibelwissenschaft.de/nc/wibilex/das-bibellexikon/details/quelle/WIBI/zeichen/a/referenz/10000/cache/65c4105abd290cea700ee2c87477a3d8/ · Infoseite der reformierten Kirche Potsdam: http://www.reformiert-potsdam.de/FrP-Arbeit%20mit%20der%20Bibel-Amsterdamer%20Schule.htm · Texte & Kontexte, exegetische Zeitschrift, Nr. 61, 64 (1994) und 90 (2001): www.texteundkontexte.de · Die theologische Zeitschrift „in de waagschaal“: http://www.karlbarth.nl/homepagina · Wikipedia in Niederländisch: http://nl.wikipedia.org/wiki/Amsterdamse_school_%28theologie%29

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Samstag, Juni 02, 2012

Anteil geben an gelebtem Wort

Folgende Sätze von Chiara Lubich finde ich sehr bedenkens-, lebenswert und berührend: "Es genügt nicht, dass jeder nur für sich aus dem Wort lebt. Wichtig ist, dass wir einander an den Erfahrungen mit dem gelebten Wort Anteil geben. Wir wollen uns vom Evangelium prägen lassen, indem wir uns bemühen, das Wort zu leben; aber auch dadurch, dass wir offen sind für das Licht, das aus der Erfahrung der anderen kommt." . . . . . . . . .

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