Sonntag, Februar 08, 2009

Prophetische „Uebertreibung“ (Seiten 402-405)


Es geht hier in Jesaja 54,7-10 um die Gemeinde, um Israel. Die Gemeinde ist angefochten. Das gibt der Predigt eine wohlangebrachte Begrenzung. Nicht der Einzelne mit seinem Glaubenskampf steht hier im Mittelpunkt.
Das gnadenvolle Handeln des Herrn ist in einer bestimmten Zeit unter dem Tumult der Ereignisse nicht mehr zu erkennen: Visionen, Stimmen und Zeichen, die von Gott kommen, fehlen; Exil wird nicht mehr als ein Gericht empfunden. Es gibt eine Parallele in Psalm 30,6. „Go’el“ ist ein juristischer Begriff, der die Freikaufpflicht verarmter Mitbürger meint; sinngemäss ist Gott rechtskräftig gebunden (unter Bundesrecht).
Ist dieser Text lyrische Uebertreibung oder zeitlose Idee der Treue Gottes?
Miskotte schreibt: „Man soll über einen solchen Text nicht predigen, wenn das prophetische Wort bereits von vornherein mit einem pastoralen Trost beantwortet... Es ist tatsächlich ein Verlassen werden gewesen. Ohne dies(e Not) ist das prophetische Wort nicht im vollen Sinn Gottes Wort... Er hat zerstreut, Er hat sein Angesicht verborgen. Gnade: in Aufhebung Gericht wird Gottes Gericht bestätigt. Zeit des Verlassenseins ist auch Gottes Zeit gewesen, aber zu sehen ist das nur... von der Zeit der Gegenwärtigkeit aus... Verkündigung braucht Uebertreibung.“

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