Mittwoch, Januar 07, 2009

Das Angesicht. Exodus 33,14-16 (S. 386-394)


Der „Name“ umfasst den Gerufenen mit, aber er setzt ihn in Freiheit... sich auszuliefern an die kreative Freiheit, die liebevolle freie, souveräne Macht dessen, der ihn „erkannt“ hat. Freiheit ist Gehorsam, Gehorsam ist Hören, und Hören ist in Beschlagnahme kommen, eine bereitete Bahn von innerer Notwendigkeit betreten. Verkündigen erhält stets den Ton von Erzählen.
Zelt der Gegenwärtigkeit ist auch das Zelt der Zusammenkunft. Es gibt ein göttliches Leiden um die Menschen, aber auch mit den Menschen; es gibt ein menschliches Leiden um Gott, aber auch mit Gott:
· Nirgends im Alten Testament ist eine Spur von dem absoluten, unveränderlichen Gott
· Nirgends wird er in abstracto als allmächtig hingestellt
· Nirgends ist ein Streit zwischen seiner Ehre und der Ehre des Geschöpfs
Uebermenschlich und untergöttlich geht hier alles zu!
Der „Name“ möge Gestalt annehmen, möge als Status des Naheseins erkannt werden, nicht nur zeitweise, sondern in dem regelmässigen Gang der Tage...
Das Angesicht muss „leuchten“, muss lichtgebend mitgehen, es muss sich „erheben“ und wie die Sonne im Zenith stehen, um „schalom“ zu geben und eine Ordnung zu stiften, in der die lauteren, zukunftsträchtigen Verhältnisse, wohlsein und Wohlfahrt und Wohlbefinden, das Leben zwischen Gott und Mensch, Mensch und Mensch, Mensch und Erde kennzeichnen (Num 6,24ff).
Das „Angesicht“ ist mehr als die Präsenz an sich, es ist die erkannte Präsenz, die nicht bloss faktische, sondern existenzielle Gemeinschaft.
In Israel... wird es einen „Umgang“ mit Gott geben, ein Erkennen und Erkanntwerden und sich selber Erkennen als Erkannte.
Der Mensch ist ein echter Gefährte und Partner (Gottes), wir dürfen etwas verstehen (von Gottes Vorsehung). Die „Gottheit“ will nicht begriffen werden, aber JHWH lässt sein Angesicht leuchten, damit... wir sehen, wie er sich, leuchtend, in der Welt von der Welt unterscheidet.
Der Weg der Erkenntnis geht auch hier vom Besonderen zum Allgemeinen, von der Heilsmacht zur Macht über das All. Der Anfang ist stets das Bestimmte und Beschränkte, das Nahe und Existenzielle. Darin kann es „leuchten“ und sich „erheben“ über den Weg des Menschen.
Es ist ein unermessliches Wunder, die rebellische Natur hat bei IHM Gnade gefunden, sein Angesicht geht mit in die fremde Welt!

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