Mittwoch, Januar 07, 2009

Verrat und Entsetzen. Exodus 32,25.26 (S. 380-385)

Miskotte gibt auch seine Einsichten zu zentralen Kapiteln des Alten Testaments, zu Exodus 32-34 weiter, die ein Schlüssel sind zum Verständnis des offenbarten Gottes. So schreibt er:
Der Inhalt des Namens ist das Nahesein JHWHs, das sich in Taten vollzieht. Die Taten können aus vielen erzählenden Teilen des Alten Testaments illustriert werden. Die Erzählung von Gottes Taten ist durch den Willen zur Befreiung gekennzeichnet. Das Leben ist bedroht durch die Todesmächte: Schwert, Pest und Hungersnot. Bedrängnis „zara“ ist das Preisgegebensein an den kosmisch-adamitischen Raum. Gott schafft Raum und stellt die Preisgegebenen in den Raum seines Bundes. JHWH hat sich inmitten der geschlossenen Welt als Befreier offenbart. „Bleibe bei deinem Befreier“ ist der Sinn sämtlicher Gebote der Thora, denn Thora ist letztlich Gnade und der Bund, der zur Befreiung führt.
Der Name ist im Wort präsent, aber unsichtbar und schweigend, deshalb greift das Volk hier nach der verfügbaren Gottheit. Es gehört zum Geheimnis JHWHs, dass er sich abhängig macht von einem neuen Anfang auf Erden (Noah und Mose). „Und JHWH gereute es“ ist die grosse Tat, die Urtat, grundlos und in der Mitte. Gott ist immer „menschlicher“ als der Mensch. Denn der Mensch ist lieber gebunden oder zügellos als befreit, lieber in Bedrängnis oder im Chaos, als im Bund. „Mi lejahwe elai“ wer für JHWH ist, her zu mir! Bedeutet: wer sich ausstreckt nach JHWH, um an seinem Vorhaben teilzunehmen (weil er bereits zu ihm gehört). Das ist die „Werbekraft von JHWHs Treue“.

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