Freitag, Oktober 06, 2006

Michael Th. Schulz: Enneagramm, Spiritualität und Theologie der Zukunft

In den letzten Monaten habe ich das 592 Seiten dicke und sehr interessante Buch von Michael Schulz über Enneagramm, Spiritualität und Theologie der Zukunft gelesen. Der Untertitel lautet: Anläufe und Verbindungen – Materialien und Vernetzungen. Die Geleitworte stammen von Andreas Ebert und Klaus Raschzok. Es ist im Neukirchener-Verlag, Neukirchen-Vluyn im Jahr 2006 erschienen unter der ISB-Nummer: 3-7887-2128-6.
Dieses Werk umfasst drei Teile:
a) Theologische Suchbewegungen im Umgang mit Gottesbekenntnis und Wirklichkeit (ab Seite 9)
b) Theologische "Anläufe" zum Enneagramm, Ansätze und Korrekturen, Materialien und Vernetzungen (ab Seite 153)
c) Praktisch-Theologische Implikationen der enneagrammatischen Arbeit für geistliche Begleitung und Seelsorge (Seite 445-568)

In Teil a) geht es um Analyse der (kirchlichen) Gegenwart in Deutschland. Der Autor ist Theologe und war Pfarrer an der evangelisch-lutherischen Marktkirche in Wiesbaden. Einerseits treffend, manchmal auch etwas ausufernd, langfädig und kompliziert formuliert, beschreibt er die Schwäche der evangelischen Christen in Deutschland mit der fehlenden spirituellen Tiefe der Pfarrpersonen und der Laien richtig. Deshalb fordert er eine Erneuerung durch geistliche Tiefe. Er plädiert für "trinitarisches" Erkennen (nach einem seiner Lehrer Wolfgang Philipp). Dieses mehrdimensionale Erkennen nähert sich dem Gegenstand, respektiert sein Geheimnis, statt dass es über ihn verfügt. Das gilt speziell für Gott, den Inhalt des Glaubens (Seite 100), aber auch für die Beurteilung der Kirchen. Er behauptet, dass dieser Ansatz bereits im Neuen Testament angelegt sei. Schulz ist sehr belesen, er bezieht sich in seinen Ausführungen oft auf seine Lehrer und Vorbilder wie Rudolf Bohren, Manfred Seitz und Jörg Zink und zitiert sie ausgiebig. So soll beispielsweise "Christus nicht beschränkt werden, sondern er muss auch kosmisch gesehen werden".

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