Mittwoch, Dezember 24, 2014

David Bentley Hart: Atheist Delusions

Der amerikanische orthodoxe Theologe und Philosoph David Bentley Hart wurde 1965 in Maryland geboren. Er hat an der Universität in Maryland, im britischen Cambridge und in Virginia studiert. Seine Spezialgebiete sind philosophische Theologie, Religionswissenschaft, asiatische Religionen, Patristik und Ästhetik. Er lehrte an der Universität von Virginia, der Universität von St. Thomas in Saint Paul, Minnesota, der Duke-Universität in Durham und am Providence-College in Rhode Island. Er hat verschiedene anspruchsvolle und populäre Bücher geschrieben, so auch Atheist Delusions. The Christian Revolution and its fashionable Enemies. (Deutsch: Der Atheistenwahn. Die christliche Revolution und ihre modischen Feinde.) Es ist bei Yale University Press in New Haven und London unter der ISB-Nummer: 978-0-300-16429-9 erschienen. Bislang wurde nur Harts populäres Werk zur Kirchengeschichte ins Deutsche übersetzt, jedoch nicht Atheist Delusions, das eine wesentliche Stimme in der Diskussion mit Richard Dawkins und seinem Gotteswahn ist. Nun ausschnittweise zum Inhalt: Kapitel 4: The Night of Reason (Die Nacht der Vernunft) Hart ist ein "harter" Gegenspieler von Richard Dawkins, Daniel Dennet, Sam Harris, Christopher Hitchens und Philip Pullman. Denn er bietet Argumente und eine alternative Sicht auf Glaube, Vernunft und Freiheit an, die er im frühen Christentum verankert und bestätigt sieht. Viele Historiker – so auch Jaques Le Goff und Edward Gibbon - und Philosophen der Moderne hätten das Mittelalter einseitig als finster und verwirrt dargestellt, als „Glaubenszeitalter“, weil sie es zu ideologisch rekonstruiert hätten. Oft würden Errungenschaften des christlichen Ostens, von Byzanz und auch der italienischen Gelehrten und Mönche ungenügend wahrgenommen. So gab es im frühen Mittelalter allein in Westeuropa über Tausend Spitalgründungen. Herausragende Persönlichkeiten in dieser Hinsicht waren: Ephraim der Syrer (306-373) in Edessa, Basil der Grosse (329-379) in Kappadozien, Johannes Chrysostomus (347-407) in Konstantinopel, Fabiola (+399) in Rom und Benedikt von Nursia (480-547) in Monte Cassino. Mit dem amerikanischen Publizisten Jonathan Kirsch herrsche immer noch die irrige Meinung vor, dass Christen die antike Bibliothek Alexandrias angegriffen und ein reiches heidnisches Erbe um 390 nach Christus zerstört hätten. Die historische Wahrheit sei jedoch weit komplexer: Die erste königliche Bibliothek Alexandrias mit 700'000 Buchrollen, die durch Potolemäus II (304-246 vor Christus) etabliert wurde, wurde bereits 47 vor Christus durch die Römer unter Pompejus und Julius Cäsar zerstört. Die zweite Bibliothek auf Serapeum mit 42'000 Rollen, vermutlich durch Potolemäus III (246-221 vor Christus) errichtet, wurde durch römische Soldaten und christliche Zivilisten 391 nach Christus zerstört. Rufinus (345-411) und Socrates (380-450) beschrieben diese Zerstörung aber als Folge einer Christenverfolgung, die auf eine Zeit der Koexistenz folgte. Die „Schule von Alexandria“ wurde um 200 nach Christus in einer friedlichen Phase durch die Philosophen Pantaenus, Clemens von Alexandria (150-213) und Origenes (185-254) etabliert. Heiden und Christen lebten in Alexandria Seite an Seite und lernten gemeinsam ungefähr von 200-250 nach Christus. Erst Kaiser Decius, der 249-251 regierte, beendete diese befruchtende Kooperation und verlangte von den Christen die Verehrung der römischen Götter, was eine Christenverfolgung auslöste. Der folgende Gallus war wieder toleranter, Valerian verfolgte die Christen erneut ab 257, die schlimmsten Verfolgungen geschahen später jedoch unter Diocletian (245-316).

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