Dienstag, Juni 14, 2011

Die aussergewöhnliche Kommunikation von Jesus

Der Evangelist Johannes überlieferte uns viele Gespräche, bei denen die Gesprächspartner Jesus Fragen stellten, aber seine Antworten nicht auf Anhieb verstanden. Ein Grund war, dass seine Worte nicht nur eine unmittelbare und natürliche Bedeutung, sondern auch einen weiteren, übertragenen und geistlichen Sinn hatten. Und dafür waren nicht alle Leute offen und zugänglich, denn dieses Neue bedrohte ihren Lebensstil, ihre Gewohnheiten und vor allem ihre Machtverhältnisse. So kam es auch zu Unverständnis, Missverständnissen und Konflikten, die Jesus oft im weiteren Gesprächsverlauf aufnahm und dann seine Sendung und Gottes Sichtweise weiter ausführte:

1. Missverständis (Jo 2,18-21) Tempelabbruch, aber Jesus ist der eigentliche Tempel:
Da begannen die Juden zu reden und sagten zu ihm: Was für ein Zeichen zeigst du uns, dass du dieses tun darfst? Jesus antwortete und sagte zu ihnen: Brecht diesen Tempel ab, und in drei Tagen werde ich ihn errichten!
Da sagten die Juden: In sechsundvierzig Jahren wurde dieser Tempel erbaut, und du willst in drei Tagen errichten? Er aber sprach von dem Tempel seines Leibes.

2. Missverständnis (Jo 3,2-21) Neugeburt, aber der Glauben an Jesus ist eine Geburt aus Wasser & Geist:
Dieser (=Nikodemus) kam zu ihm nachts und sagte zu ihm: Rabbi, wir wissen, dass du von Gott gekommen bist als Lehrer. Denn niemand kann diese Zeichen tun, die du tust, wenn nicht Gott mit ihm ist. Jesus antwortete und sagte zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, kann er nicht das Reich Gottes sehen! Nikodemus sagt zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, (wenn er) ein Greis ist? Kann er etwa in den Leib seiner Mutter zum zweiten Mal hineingehen und geboren werden?
Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht geboren wird aus Wasser und Geist, (so) kann er nicht hineingehen in das Reich Gottes! Das Geborene aus dem Fleisch ist Fleisch, und das Geborene aus dem Geist ist Geist! Wundere dich nicht, dass ich gesagt habe zu dir: Es ist nötig, (dass) ihr von oben geboren werdet. Der Wind weht, wo er will, weht und sein Brausen hörst du, aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht. So ist jeder Geborene aus dem Geist! ...

3. Missverständis (Jo 4,9-26) Trinkwasser, aber Jesus ist das lebendige Waser:
Da sagt die samaritanische Frau zu ihm: Wieso bittest du, der du ein Jude bist, von mir zu trinken, die ich eine samaritanische Frau bin? Denn Juden verkehren nicht mit Samaritanern.
Jesus antwortete und sagte zu ihr: Wenn du kenntest die Gabe Gottes und wer der ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken, du hättest ihn gebeten, und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben!
Die Frau sagt zu ihm: Herr, einerseits hast du kein Schöpfgefäss, andererseits ist der Brunnen tief, woher hast du das lebendige Wasser? Bist du etwa grösser als unser Vater Jakob, der uns den Brunnen gegeben hat und selbst aus ihm getrunken hat und seine Söhne und seine Viehherden?
Jesus antwortete und sagte zu ihr: Jeder, der von diesem Wasser trinkt, wird wieder dürsten. Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird keinesfalls dürsten in Ewigkeit; sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird ihm eine sprudelnde Wasserquelle werden zum ewigen Leben. ...

4. Missverständnis (Jo 6,25-58) Vergängliches Essen, aber Jesus ist das wahre Brot des Lebens:
Nachdem sie ihn jenseits des Sees gefunden hatten, sagten sie zu ihm: Rabbi, wann bist du hierher gekommen?
Jesus antwortete ihnen und sagte: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr gegessen habt von den Broten und satt geworden seid. Müht euch nicht ab für die vergängliche Speise, sondern (für) die bleibende Speise ins ewige Leben, die der Sohn des Menschen euch geben wird! Denn diesen hat Gott, der Vater, bestätigt.
Da sagten sie zu ihm: Was sollen wir tun, damit wir die Werke Gottes wirken?
Jesus antwortete und sagte zu ihnen: Dies ist das Werk Gottes, dass ihr glaubt an (den), den er gesandt hat.
Da sagten sie zu ihm: Welches Zeichen tust du denn, damit wir sehen und dir glauben? Was wirkst du?
Unsere Väter haben das Manna gegessen in der Wüste, wie geschrieben ist: Brot aus dem Himmel hat er ihnen gegeben zu essen. Da sagte Jesus zu ihnen: Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Nicht Mose hat euch das Brot aus dem Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot aus dem Himmel. Denn das Brot Gottes ist der aus dem Himmel herabkommt und der, welcher der Welt Leben gibt.
Da sagten sie zu ihm: Herr, gib und allezeit dieses Brot!
Jesus sagte zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens, der zu mir kommt, wird keines falls hungern. Und wer an mich glaubt wird keinesfalls jemals dürsten. Aber ich habe euch gesagt, dass ihr einerseits mich gesehen habt, andererseits glaubt (ihr) nicht! Alles, was mir der Vater gibt, wird zu mir kommen, und wer zu mir kommt, den werde ich keinesfalls nach draussen hinausstossen. Weil ich herabgekommen bin vom Himmel, deshalb tue ich nicht meinen Willen, sondern den Willen dessen, der mich geschickt hat. Dies aber ist der Wille dessen, der mich geschickt hat, dass ich von all dem, was er mir gegeben hat, nichts verliere aus ihm, sondern lasse es am letzten Tag auferstehen. Denn dies ist der Wille meines Vaters, dass jeder der den Sohn sieht und an ihn glaubt, ewiges Leben hat. Und ich werde ihn am letzten Tag auferstehen lassen. ...
Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer glaubt hat ewiges Leben! Ich bin das Brot des Lebens. Eure Väter haben in der Wüste das Manna gegessen und sind gestorben. Dies ist das Brot, das aus dem Himmel herabkommt, damit man von ihm isst und nicht stirbt. Ich bin das lebendige Brot, das aus dem Himmel herabgekommen ist. Wenn jemand von diesem Brot isst, wird er leben in Ewigkeit. Und auch das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch für das Leben der Welt.
Da stritten die Juden miteinander (und) sagten: Wie kann dieser uns sein Fleisch zu essen geben?
Da sagte Jesus zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht das Fleisch des Sohnes des Menschen esst und sein Blut trinkt, habt ihr nicht Leben in euch! Der mein Fleisch isst und mein Blut trinkt hat ewiges Leben, und ich werde ihn auferstehen lassen am letzten Tag. Denn mein Fleisch ist (die) wahre Speise und mein Blut ist (der) wahre Trank. Der mein Fleisch isst und mein Blut trinkt bleibt in mir, und ich in ihm! Wie mich der lebendige Vater gesandt hat, und ich lebe durch den Vater, so wird auch der mich isst, durch mich leben! Dies ist das Brot, das aus (dem) Himmel herabgekommen ist, nicht wie die Väter gegessen haben und gestorben sind. Der dieses Brot isst wird in Ewigkeit leben.

5. Missverständnis (Jo 7,33-39) Trinkwasser, aber der Geist lässt Ströme lebendigen Wassers fliessen:
Da sagte Jesus: Noch eine kurze Zeit bin ich bei euch, und ich gehe weg zu dem, der mich geschickt hat. Ihr werdet mich suchen, und ihr werdet mich nicht finden, und wo ich bin, (da) könnt ihr nicht kommen.
Da sagten die Juden zueinander: Wohin will dieser gehen, dass wir ihn nicht finden können? Will er etwa in die Zerstreuung unter den Griechen gehen, und die Griechen lehren? Welcher Art ist dieses Wort, das er gesagt hat: Ihr werdet mich suchen, und ihr werdet mich nicht finden, und wo ich bin, (da) könnt (ihr) nicht kommen?
Aber an dem letzten Tag, dem grossen des Festes, stand Jesus und rief (und) sagte: Wenn jemand dürstet, er komme zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fliessen. Dies aber sagte er von dem Geist, den die zum Glauben an ihn Gekommenen empfangen sollten. Denn noch nicht war (der) Geist (da), weil Jesus noch nicht verherrlicht war.

6. Missverständis (Jo 8,21-59) Nachkommen Abrahams, aber Jesus war bereits vor Abraham beim Vater:
Da sagte Jesus zu den an ihn zum Glauben gekommenen Juden: Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wahrhaftig meine Jünger! Und ihr werdet erkennen die Wahrheit, und die Wahrheit wird euch frei machen.
Sie sagten als Antwort zu ihm: Nachkommen Abrahams sind wir, und niemandem haben wir als Knechte jemals gedient. Wie sagst du: ihr werdet frei werden?
Jesus antwortete ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Jeder der die Sünde tut, ist der Sünde Knecht.
Aber der Knecht bleibt nicht im Haus für die Ewigkeit, der Sohn bleibt für die Ewigkeit.
Wenn also der Sohn euch freimacht, werdet ihr wirklich frei sein! Ich weiss, dass ihr Nachkommen Abrahams seid, aber ihr sucht mich zu töten, weil mein Wort nicht Platz hat in euch! Was ich gesehen habe beim Vater, (das) rede ich. Auch ihr tut also, was ihr gehört habt vom Vater.
Sie antworteten und sagten zu ihm: Unser Vater ist Abraham!
Jesus sagt zu ihnen: Wenn ihr Kinder Abrahams wärt, (dann) würdet ihr die Werke Abrahams tun! Jetzt aber sucht ihr mich zu töten, einen Menschen, der ich euch die Wahrheit gesagt habe, die ich von Gott gehört habe. Dies hat Abraham nicht getan! Ihr tut die Werke eures Vater!
Da sagten sie zu ihm: Wir sind nicht im Ehebruch gezeugt worden; einen Vater haben wir, Gott!
Jesus sagte zu ihnen: Wenn Gott euer Vater wäre, würdet ihr mich lieben! Denn ich bin von Gott ausgegangen und gekommen. Denn auch von mir selbst bin ich nicht gekommen, sondern er hat mich gesandt! Weswegen versteht ihr meine Rede nicht? Weil ihr nicht hören könnt mein Wort! Ihr seid von dem Vater, dem Teufel, und die Begierden eures Vaters wollt ihr tun! Er war ein Menschenmörder von Anfang an, und in der Wahrheit steht er nicht, weil in ihm keine Wahrheit ist! Wenn er die Lüge redet, redet er aus dem Eigenen, weil er ein Lügner und Vater der Lüge ist! Ich aber, weil ich die Wahrheit sage, glaubt ihr mir nicht. Wer von euch überführt mich wegen einer Sünde? Wenn ich (die) Wahrheit rede, weswegen glaubt ihr mir nicht? Der aus Gott ist hört die Worte Gottes, deswegen hört ihr nicht, weil ihr nicht aus Gott seid! ...

7. Missverständnis (Jo 11,1-27) Tod des Lazarus, aber Jesus ist die Auferstehung und das Leben:
Aber einer war krank gewesen, Lazarus von Betanien, aus dem Dorf (der) Maria und Marta, ihrer Schwester. Maria war aber die den Herrn gesalbt hatte mit Salböl und seine Füsse getrocknet hat mit ihren Haaren; deren Bruder Lazarus war krank. Da sandten die Schwestern zu ihm (und) sagten: Herr, siehe, den du liebst ist krank!
Jesus hatte (dies) gehört aber sagte: Diese Krankheit ist nicht zum Tod, sondern um der Herrlichkeit Gottes willen, damit der Sohn Gottes verherrlicht werde durch sie. Aber Jesus liebte Marta und ihre Schwester und Lazarus. Als er nun gehört hatte, dass er krank sei, da blieb er zwar an dem Ort er war zwei Tage. Dann danach sagt er zu den Jüngern: Lasst uns wieder nach Judäa gehen! Die Jünger sagen zu ihm: Rabbi, eben suchten dich die Juden zu steinigen, und wieder gehst du dorthin? Jesus antwortete: Sind nicht zwölf Stunden (am) Tag? Wenn jemand am Tag umhergeht, stösst er nicht an, weil er das Licht der Welt sieht. Wenn aber jemand in der Nacht umhergeht, stösst er an, weil das Licht nicht bei ihm ist! Dies sagte er, und danach sagt er zu ihnen: Lazarus, unser Freund, ist eingeschlafen. Aber ich gehe, damit ich ihn aus dem Schlaf aufwecke. Da sagten die Jünger zu ihm: Herr, wenn er eingeschlafen ist, wird er geheilt werden. Gesprochen hatte aber Jesus von seinem Tod; sie aber meinten, dass er vom Schlummer des Schlafs rede. Da sagte Jesus ihnen nun mit Offenheit: Lazarus ist gestorben! Und ich freue mich euretwegen, damit ihr glaubt, dass ich nicht dort war. Aber lasst uns zu ihm gehen! ... Marta sagt zu ihm: Ich weiss, dass er auferstehen wird in der Auferstehung am letzten Tag.
Jesus sagte zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben, wer an mich glaubt wird leben, auch wenn er stirbt. Und jeder der lebt und an mich glaubt wird keinesfalls sterben in Ewigkeit. Glaubst du dies?
Sie sagt zu ihm: Ja, Herr, ich bin zum Glauben gekommen, dass du der Gesalbte, der Sohn Gottes bist, der in die Welt kommt! ...

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1 Comments:

Blogger Freiwirtschaftler said...

Die Auferstehung der Toten

(Genesis 2,15-17) Und Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte. Und Gott der HERR gebot dem Menschen und sprach: Du darfst essen von allen Bäumen im Garten, aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tage, da du von ihm isst, musst du des Todes sterben.

Wer nicht weiß, was Gerechtigkeit ist, darf auch nicht wissen, was Ungerechtigkeit ist, um eine Existenz in "dieser Welt" ertragen zu können. Zu diesem Zweck gibt es die Religion, die so erfolgreich war, dass sie die systemische Ungerechtigkeit der Erbsünde bis heute aus dem allgemeinen Bewusstsein der halbwegs zivilisierten Menschheit ausblenden konnte, während das Wissen seit langer Zeit zur Verfügung steht, um diese "Mutter aller Zivilisationsprobleme" endgültig zu eliminieren:

(Matthäus 5,38-41) Ihr habt gehört, dass gesagt ist: "Auge um Auge, Zahn um Zahn." Ich aber sage euch, dass ihr nicht widerstreben sollt dem Übel, sondern: wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, dem biete die andere auch dar. Und wenn jemand mit dir rechten will und dir deinen Rock nehmen, dem lass auch den Mantel. Und wenn dich jemand nötigt, eine Meile mitzugehen, so geh mit ihm zwei.

Der Glaube ist die Hoffnung, ihn eines Tages durch Wissen ersetzen zu können:

"Der Herr sagte: Ihr habt alle Dinge verstanden, die ich euch gesagt habe, und ihr habt sie im Glauben angenommen. Wenn ihr sie erkannt habt, dann sind sie die Eurigen. Wenn nicht, dann sind sie nicht die Eurigen."

(nicht in der Bibel zu finden)

Herzlich Willkommen im 21. Jahrhundert:
http://www.deweles.de/willkommen/cancel-program-genesis.html

Montag, 20. Juni 2011 um 12:01:00 GMT-7  

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