Sonntag, Dezember 13, 2009

Bat Ye’or: Der Niedergang des orientalischen Christentums unter dem Islam.

Der Untertitel dieses informativen Buches lautet: 7.-20. Jahrhundert. Zwischen Dschihad und Dhimmitude. Es ist im Verlag Dr. Ingo Resch GmbH, Maria-Eich-Strasse 77, in D-82166 Gräfeling; im Jahr 2002 erschienen (ISBN: 3-935197-19-5).

Bat Ye’or ist ein Pseudonym für Gisèle Littman-Orebi. Sie wurde 1933 in Aegypten geboren, ist seit 1959 britische Staatsbürgerin und lebt heute in der Schweiz. Ihre Aufsätze und Bücher in französischer Sprache handeln von den nichtislamischen Minderheiten im Islam. Das erste Werk schrieb sie unter dem Namen Yahudiya Masriya über „Die Juden in Aegypten“ (1971). Es folgte 1980 das Buch über die „Dhimmis“ und 1991 erschien das hier besprochene Werk unter dem Titel „Les chretientès d’orient entre jihad et d’himmitude“ in Paris. 1996 erfolgte die englische Uebersetzung, was ihr Anerkennung als Denkerin, Forscherin und Autorin einbrachte.

Das 483 Seiten umfassende Werk befasst sich gründlich mit dem Christentum unter dem Islam. Und es ist ein regelrechtes Trauerspiel, weil diese Geschichte geprägt ist von Benachteiligung, Unterdrückung, Gewalt, Verfolgung und Exil. Die 140 Seiten am Schluss - fast ein Drittel des Buchs - sind Quellentexte, die aufzeigen, dass es sich hier um geschichtlich belegbare Ereignisse und nicht nur um Mutmassungen, Behauptungen und Vorwürfe handelt. Das scheint ihr äusserst wichtig zu sein in diesem delikaten Bereich von Religion und Macht, wo so viel Spekulation herrscht.

Die Quellentexte sind denn auch nach Kapitel und Unterkapitel strukturiert:
1. Dschihad
Die Zeit der Eroberungen (7.-11. Jahrhundert)
Es fängt an mit Aegypten, Palästina, Tripolitanien (640-46); Iraq; Armenien, 642; und tönt beispielsweise auf Seite 303 beim ersten Quellentext so: „Theodosios, der Befehlshaber, hörte vom Kommen der Ismaeliten und zog von Ort zu Ort, damit er sähe, was es von diesen Feinden gäbe. Diese Ismaeliten kamen und töteten den Obersten des Heeres und alle, die mit ihm waren, ohne Mitleid. Sogleich sie die Stadt „al-bahnasa“ und jeden, der zu ihnen hinausging, töteten sie und schonten niemanden, weder Greis noch Kind noch Weib.“


2. Das Schicksal der Bauern
Erlebte Realität: Entvölkerung, Verbannung, Folter, Exodus.
Die Meinung der Rechtsgelehrten

3. Aufstände, Nomadentum und Dhimmitude

4. Das Zeitalter der Emanzipation
Hier geht es vorwiegend um die Zeit von 1850-1919 im osmanischen Reich und um den Genozid an christlichen Armeniern durch Türken, der eigentlich präzise dokumentiert ist.

Zurück zum Buch und dessen Inhalt: Es beginnt mit allgemeinen Aussagen zum Entstehen des Islam und dessen Eroberungen. Bat Ye’or zitiert dabei auch anerkannte Fachleute, und es sind folgende markante Aussagen zu finden ab Seite 17: „In Mekka war Muhammad Warner und Mahner, von seinen Feinden bedrängt und am Leben bedroht. In Medina wurde er zum Oberhaupt des islamischen Staates und entschied als Empfänger von Offenbarungen über Krieg und Frieden.“ Herbert Busse.
Nach Muhammads Tod 632 haben die Araber in atemberaubender Geschwindigkeit ein Gebiet erobert, das von Spanien bis nach Indien reichte. Die zweite Eroberungswelle setzte durch die Türken im elften Jahrhundert ein und führte die Seldschuken nach Anatolien. Die Osmanen unterwarfen den Balkan und eroberten 1453 Konstantinopel, 1517 Syrien, Aegypten, grosse Teile Nordafrikas und belagerten 1529 und 1689 Wien. „Der Islam besitzt sowohl ein aggressionsfördendes als auch ein friedensstiftendes Potential.“ Monika Tworuschka in „Allah ist gross“.
Bat Ye’or schreibt zum Inhalt und Ziel dieses Werks auf Seite 25: „Dies ist kein Buch über den Islam... Sein Gegenstand ist die Untersuchung der zahlreichen Völker, die der Islam unterworfen hat und... die Bestimmung der komplexen Prozesse... die ihr fortschreitendes Erlöschen hervorgerufen haben.

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