Mittwoch, April 08, 2009

Das Licht ist süss und Epilog



Koheleth (Prediger) gehört zu den fünf „Megilloth“, zu denen auch Hoheslied, Klagelieder, Ruth und Esther gehören. Es ist die vorgeschriebene Festrolle für Sukkoth, das Laubhüttenfest. Dabei gedenkt Israel dem Zug durch Wüste. Miskotte macht darauf aufmerksam, dass ein kräftiges Geschlecht mit JHWH rechtet, und Israel ist ein Volk, das wie kein anderes am Leben hängt. Denn das Leben ist als „einmalige Gelegenheit“ angeboten. Seine Kärglichkeit kann als geistlicher Sinn erlebt werden. Heute sind eher fade Diskussionen mit Zweiflern angesagt, diese müde Skepsis führt zu Langeweile und Leere. Denn das Wesen des Menschen ist Danken, dafür, dass Gott geschieden hat zwischen Licht und Finsternis. So ist der Gruss ans Licht auch eine letzte messianische Gebärde (und Hoffnung)! Nochmals ein Hinweis zu JHWH, der „ich werde bei euch sein, wie ich bei euch sein werde“: Er ist, was er in seiner Geschichte mit Israel tat und tut. Aber seine Taten versteht niemand ganz, denn er ist sogar in seiner Abwesenheit anwesend!



Epilog. Leben und Licht. Psalm 36,10; Johannes 1,1a.4 (Seiten 457-475)
Vers eins muss von Vers vierzehn her gelesen werden: "Das Wort wurde Fleisch", darin waren sich so unterschiedliche Theologen wie Schlatter, Schniewind und Bultmann einig. Hier zitiert er Bultmann: „Von Gott reden, heisst: von seiner Offenbarung reden... Offenbarung ist dabei nicht in einem allgemeinen Sinn gemeint, sondern als der im fleischgewordenen Offenbarer vernehmbare Heilswille Gottes“. Dass Gott mit uns ist, das ist das Geheimnis schon der Schöpfung der Menschen... Jesus lebt bedeutet, dass in ihm Geschichte und Profetie eines sind. Ee ist der „dabar“, die Lebenstat, Wort-Tat, das Geschehen.

Auf Seite 467 schreibt Miskotte nochmals treffend: „Ueber ihn (=JHWH) hat Israel nicht spekuliert als über das „ewige Wesen“, er ist der besondere Gefährte auf Israels besonderem Weg. Er kann nicht aus den Gegebenheiten der Welterfahrung abgeleitet werden; seine Präsenz ist in seinen Taten; er ist in die Mitte getreten und hat der Zeit an bestimmter Stelle seinen Stempel aufgedrückt... Es ist gemeinhin kaum möglich, über ihn zu reden; in den wesentlichen Augenblicken des menschlichen Daseins wird er angeredet, angerufen, angebetet.“


Und kurz vor Schluss auf Seiten 474 und 475 schreibt er abschliessend: „Wenn die Götter schweigen, schweigen sie überall; wenn JHWH redet, redet er irgendwo, an bestimmter Stelle;...
Darum ist der exklusive NAME allumfassend, darum können wir lobsingend, hier und jetzt der Gegenwärtigkeit begegnen. – So hab ich endlich vor dir erharrt – In allen Elementen Gottes Gegenwart.“

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