Freitag, Mai 02, 2008

Hebr. Körperbegriffe

Die Bibel, vor allem das Alte Testament, ist voll von Körperbezeichnungen, die wir in Deutsch zu oft überlesen. Es gibt über hundert Körperbegriffe für den Menschen, 27 davon werden auch auf Gott angewendet. Zum Beispiel hat Gott Eingeweide, Nase, Arm, Gesicht, rechte Hand, Ohren, Augen, Hände, Mund, Füsse, Kehle, Herz und anderes. Mit diesen Körperbegriffen und damit verbundenen menschlichen Eigenschaften kann er sich uns verständlich machen und uns nahe kommen. Es geht dabei auch um mehr als Bildsprache, denn er ist mehr als ein menschlich gemachter Gott. So wird nicht alles auf Gott übertragen: Gott wird nirgends mit Essen, Fleisch, Blut und Knochen in Verbindung gebracht. Er hat auch weder Haut, Haare, Bart, Glatze, noch Brüste und Genitalien. Nachstehend die Körperbegriffe in alfabetischer Reihenfolge:

"achor": hinten, hinter, Rücken, rücklings oder Rückseite
"ad'ne": Fussgestelle

"af": Atem, Angesicht, Antlitz, Ergrimmen, erzürnen, Gesicht, Grimm, Lebensodem, Nase, Nasenloch, Odem, schnauben, Zorn oder zornig. Durch die Nase hat Gott dem Menschen Leben in Form von Atem eingehaucht (S. Schroer). Eigenschaften der Nase haben Bedeutungen: Starke Nase bedeutet: Entschlossenheit; hohe Nase: Hochnäsigkeit; Langandauern der Nasenlöcher: langer Atem, Geduld oder Ausdauer. Lange Nase: langer Atem oder Langmut; entbrannte Nase zorniges Schnauben (auch bei Gott und verkörpert eher den "männlichen" Aspekt!)
"af'affajim": blicken, Blicke, blinzeln, Lider oder Wimpern (wird parallel zu "af" gebraucht)

"ajin, en": Anblick, Auge, Ausstrahlung, Blick, Farbe, funkeln, Gegenwart, Glanz, glänzen, Quelle oder Verfehlung. "Ajin" ist auch ein hebräischer Buchstabe und hat den Zahlenwert siebzig. Als Wort kommt es 866x im AT vor; "r'ah", was sehen bedeutet, gar 1'300x! Dabei sind Ausdruck, Inhalt, Qualität und Wirkung wichtiger als Aussehen, Form, Schönheitsideal und korrekte Perspektive (wie bei den Griechen). Es geht vielmehr um ein Beziehungsideal und weist daher über das eigentliche Sinnesorgan hinaus. "Am Auge sieht man des Menschen Angst, Heimweh, Stolz, Erbarmen, Güte, Bosheit, Missgunst, Spott, Neid & Falschheit" Karl Rahner

"allup": Haupt oder Häuptling
"ammudaw": seine Füsse oder seine Säulen
"an'pohi": sein Antlitz oder seine Gesichtszüge
"aqeb, ya'qob": Ferse oder Jakob
"ar'kubbateh": seine Knie
"ar'lah, ar'lat": Vorhaut (des männlichen Glieds; kommt oft im Zusammenhang mit der Beschneidung vor)
"asal'tayim": beide faulen Hände (Durch beide faulen Hände senkt sich das Gebälk: Pred 10,18)
"azem, ezem": Bein, Glied, Gebein oder Knochen

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