Montag, April 14, 2008

Antikes Lernen

Ueber die orale Rezeption des Koran“ lässt sich Manfred Kropp in einem Gespräch sachlich und teilweise gar diplomatisch aus (Seite 90-98). Auch er geht davon aus, dass der Koran auf einer aramäischen Vorlage oder aber mindestens auf aramäischen Sprachhintergrund basiert. Die Sprachgeschichte des Arabischen muss sich ändern, weil sie zu konstruiert ist. Deshalb ist textkritische Forschung so notwendig, es gibt sie aber erst seit knapp 50 Jahren! Hingegen wird der Koran seit 900nChr im Wesentlichen so gelesen und verstanden wie heute. Davor war aber die formative Phase, die ihn interessiert. Darum sollten Handschriften und Fragmente in einer kritischen Ausgabe vereint werden, was noch ausstehend ist. Auch die Forschungsgrundlagen sind heute noch unvollständig. Die mündliche Ueberlieferung des Koran ist ununterbrochen bis heute, aber unklare Stellen haben zu mehr als dreissig Erklärungen geführt. Es gibt keine gesicherte Textgrundlage, jedoch das Dogma des direkt offenbarten Wort Gottes. Dies hindert die Erforschung des Koran. Weil zuviel aus Judentum und Christentum stammte (und nicht aus dem Heidentum, wie Moslems behaupten), bestand ein grosses Bedürfnis nach Abgrenzung.

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