Freitag, Mai 04, 2007

Leo A. Nefiodow: Der sechste Kondratieff

Der Untertitel dieses Werks von Leo A. Nefiodow lautet: Wege zur Produktivität und Vollbeschäftigung im Zeitalter der Information. Die langen Wellen der Konjunktur und ihre Basisinnovationen. Erschienen ist dieses Buch im Rhein-Sieg Verlag St. Augustin 1996, die 5. Auflage kam 2001 heraus (ISBN: 3-9805144-4-7).
Zuerst etwas zum Autor: Leo Nefiodow wurde 1939 geboren und ist heute vor allem als Wirtschaftstheoretiker tätig. Nach seinem Studium der Nachrichtentechnik an der Technischen Universität Darmstadt war er 1965-1974 in der Industrie als Forscher und Entwickler der Informationstechnologie aktiv. 1974-2002 wirkte er im Forschungszentrum der Fraunhofer-Gesellschaft e.V. in Sankt Augustin bei Bonn. Seit 2004 ist er Mitglied der Arbeitsgruppe „Our Future Economy“ des Club of Rome.
Leo A. Nefiodow ist einer der bekanntesten Vertreter der Theorie der langen Wellen und gilt als einer der angesehensten Vordenker der Informationsgesellschaft. Er war Berater des Bundesministeriums für Forschung und Technologie, mehrerer Landesregierungen, internationaler Organisationen und privater Unternehmen. Zu seinen Schwerpunkten zählt die Zukunftsforschung. Leo A. Nefiodow ist Autor von mehr als 90 Publikationen zum Thema der Informationsgesellschaft.
Sein Werk „Der sechste Kondratieff“ zielt auf eine wirtschaftliche und gesellschaftliche Gesamtschau. (Der Begriff Kondratieff-Wellen geht auf Nikolai Kondratieff zurück, der 1892 in Russland geboren wurde und ein bedeutender Oekonom war. Nach seinem Studium in St. Petersburg arbeitete er als Direktor für Statistik und Wirtschaft. Er beteiligte sich an der Februarrevolution 1917, die die Absetzung des Zaren bewirkte. Unter der neuen Regierung war er Vize-Ernährungsminister. Nach der Machtüber-nahme der Bolschewiken, der Kommunisten unter Lenin, gründete er 1920 in Moskau ein Konjunktur-institut. Bereits 1928 wurde sein Institut geschlossen, weil unter Stalin nur noch Planwirtschaft zählte. 1930 wurde er verhaftet und kam in einen Gulag, wo er 1938 zum Tode verurteilt und erschossen wurde. Sein umfangreiches Gesamtwerk wurde aus ideologischen Gründen wenig beachtet. Der amerikanische Oekonom Joseph Schumpeter bezeichnete 1936 die langen Konjunkturzyklen als Kondratieff-Wellen. Schumpeter verlor aber im Wettbewerb der Modelle gegen den Engländer Keynes, so dass Kondratieff und seine Erkenntnisse in Vergessenheit gerieten.)
Hier geht es also nicht um ein eindimensionales Thema, wie einem der Titel veranlassen könnte, sondern um grundlegende Aussagen und Fragen zur Arbeits- und Lebenswelt von heute und morgen. So beschreibt er ab Seite 14 die wichtigen menschlichen Faktoren für die Informationsgesellschaft:
· Lernbereitschaft
· Wissensumgang
· Systemdenken
· Kommunikationsfähigkeit
· Beziehungsfähigkeit

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