Sonntag, April 22, 2007

Richard Rohr und Andreas Ebert

An Richard Rohr und Andreas Ebert kommt auch Bartels nicht vorbei: Ihr Werk „Das Enneagramm“, das 1989 erstmals in Deutsch erschienen ist, gilt heute als Klassiker und Standardwerk. Es hat inzwischen 35 Auflagen erlebt und über 300'000 Stück wurden davon verkauft und ist als Sachbuch ein Erfolgsschlager geworden!
Zu den Personen und der Geschichte: Der US-Amerikaner Richard Rohr wurde 1943 geboren. Als junger Mann wurde er Franziskaner, Jugendpastor und Gründer einer Kommunität in Cincinnatti „Center for Action and Contemplation“. Der Jesuit Jim O’Brien erklärte ihm 1972 das Enneagramm, jedoch mit Schweigegebot. Ab 1984 hielt er trotzdem Vorträge darüber, weil nun Publikationen auf dem Markt erschienen waren.
Der Deutsche Andreas Ebert, geboren 1952, evangelischer Pfarrer, besuchte Rohr mehrmals in den USA. (Wahrscheinlich kaum wegen dem Enneagramm). Er übersetzte Rohr ins Deutsche, adaptierte das Enneagramm für den deutschen Sprach- und Kulturraum und gründete den ökumenischen Arbeitskreis Enneagramm (öAE) 1989. Bereits 1991 erschien ein Nachfolgewerk: „Erfahrungen mit dem Enneagramm“. 1995 kam eine überarbeitete, verbesserte und ergänzte Auflage des Erstlingswerk heraus.
Was zeichnet dieses grundlegende Werk „Das Enneagramm“ aus? Bartels verweist vor allem auf die theologischen Interpretationen. Rohr und Ebert vertreten eine Spiritualität der Subtraktion, des Loslassens: Es geht bei ihnen nicht um Selbsthilfe, Verbesserung und Bewusstseinssteigerung des Menschen, sondern um eine Reise des Abstiegs oder um eine „Nacht der Sinne oder Seele“, wie die Mystiker sagten. Das Enneagramm wurde von ihnen „getauft“, das heisst gründlich „christianisiert“ und in einen Kontext der Gnade überführt. Es geht bei ihnen primär um einen Gott, der der grosse Liebhaber der Menschen ist. Die daraus folgende Selbstbeobachtung kann helfen, die eigene natürliche Gabenfixierung als Egoismus zu entlarven, Sünde radikal als Wurzelsünde, nämlich als subjektive Verabsolutierung eines Werts zu sehen und nicht nur als moralischer Fehltritt. Eine solche Anwendung dieses „Beichtspiegels“ wird dann zu einem spirituellen Geschehen.

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