Dienstag, März 03, 2015

Kokonisierung und Wachstum

Kokonisierung stammt eigentlich aus dem Tierreich und meint den Prozess des Einspinnens eines ungeschlüpften Insekts. Am besten ist es uns bei den Schmetterlingen bekannt. Aber ich möchte über menschliche Kokonisierung sprechen, über den Hang und den Zwang besonders Kinder und junge Menschen einzuwickeln und vor allen möglichen Gefahren zu schützen und vor schwierigen Erfahrungen zu bewahren. Sicher brauchen Menschen Schutz, aber schon aus der Pädagogik weiss man, dass Kinder auch schwere, anspruchsvolle Bewegungen ausführen sollten, um ihre Motorik auszubilden und zu trainieren. Ähnliches gilt für das Meistern von Aufgaben: Wer nie an seine Grenzen stösst, weiss gar nicht wo sie sind und wie sie zu weiten wären. Wer nie verliert, gibt vermutlich schneller auf. Gerade langandauernde Beziehungen und schwierige Umstände, denen wir nicht leicht ausweichen können, bieten Chancen zu persönlichem Wachstum und Lebensreife. Dies zu erkennen und zu realisieren ist nicht nur leicht, neigen wir doch alle dazu, Schwierigkeiten und Schmerzen zu vermeiden. Wir sind - die einen mehr und die andern weniger - so richtige Lebenskünstler in Vermeidung. Wachstum ist oft nur mit Wachstumsschmerzen zu haben, und Reife wird mit einer starken Verwurzelung und richtigem Tiefgang erreicht.
Kletternder Affe in Hua Hin (Thailand)

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