Freitag, Juli 14, 2006

Näfäsch heisst Seele

Sehr oft, ganze 755 mal, wird im Alten Testament der Begriff "näfäsch" gebraucht, meistens für den Menschen, seltener für Tiere oder für Gott. "näfäsch" kann in diesem Zusammenhang sehr viele, und zwar folgende Bedeutungen haben: Angesicht, Atem, bedürftig, Bedürftger, Begehren, Durst, Durstiger, eigen, Eigener, Empfinden, Gier, Gieriger, Gurgel, Hals, Hauch, Herrlichkeit, Ich, Kehle, Lebendigkeit, Lebenskraft, Lebensodem, Lebensprinzip, Lebenstrieb, Lebewesen, Leiche, Lust, Maul, Odem, Person, Schlund, SEELE, Selbst, Trieb, Verlangen, Vitalität, Wesen, Willen oder Wunsch.
Die Bedeutungen gehen vom Organ der "Kehle" über den Atem bis zum Leben und der Person selbst. Der Kehle werden zudem folgende Eigenschaften zugeschrieben: hörbar, rufend, krächzend, jodelnd, begierig, nimmersatt, hungrig und durstig, verschlingend, nach Luft schnappend.
Das griechische "psyche" entspricht nicht ganz dem hebräischen "näfäsch", es ist enger und negativer gefasst, der Leib wurde bei einigen griechischen Philosophen (Platon u. a.) gar als Gefängnis und Grab der Psyche verstanden.
Weitere Definitionen für "näfäsch" sind:
- an Körper gebundenes Leben (Manfred Seitz)
- Bedürftiger, dessen Hunger nie endgültig gestillt werden kann (Michael Herbst)
- durchgeisteter Leib (des Menschen. Manfred Seitz)
- "elan vital" (Silvia Schroer & Thomas Staubli)
- Gott bläst den Lebenshauch in den Menschenkörper (Susanne Schmid)
- Gottesbedürftiger (Manfred Seitz)
- Kraft des triebhaften Begehrens (Silvia Schroer & Thomas Staubli)
- Lebenshunger des Menschen (Silvia Schroer & Thomas Staubli)
- menschliches Zentrum der Vitalität, Lebenskraft und Lebensgier (Silvia Schroer & Thomas Staubli)
- sehnsüchtiges Verlangen (Silvia Schroer & Thomas Staubli)
- unstillbares und nie befriedigtes Organ (Manfred Seitz)
- Vitales am Menschen im weitesten Sinn (Gerhard von Rad)
- Wesen, das nach Leben lechzt (Silvia Schroer & Thomas Staubli)

Ob diese Weite und Abhängigkeit von uns Menschen nicht unser Selbstverständnis und Gottesbild verändern und uns auf der Suche nach Gott begleiten wird? Augustinus hat das treffend so ausgedrückt: "... Denn geschaffen hast du uns zu dir, und ruhelos ist unser Herz, bis es Ruhe hat in dir"

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