Sonntag, Juli 02, 2006

Gottesnamen im Alten Testament

"Jahwe, unser Herr! Wie wunderbar ist dein Name auf der ganzen Erde!" Ps 8,2 & 10.

"Suchen sollen sie deinen Namen, Jahwe. Und erkennen sollen sie dich, dessen Name Jahwe:

Ueber alle Welt bist du allein der Höchste." Ps 83,17b & 19.

Manchmal bin ich ganz hin: Gottes Offenbarungen, wie sie in der Bibel, insbesondere im Alten Testament, aufgezeichnet sind, sind erstaunlich vielfältig. Dabei sind auch zahlreiche Gottesnamen enthalten. Diese Bezeichnungen wurden oft nur reduziert und undifferenziert mit "Gott" und "Herr" übersetzt. Dadurch ging viel vom Reichtum der Offenbarung und der hebräischen Sprache verloren. Jeder Gottesname hat nämlich seine spezifische Bedeutung, die meistens eine Eigenschaft Gottes ausdrückt, mit denen er sich damals den Menschen offenbart hatte. Zudem lebt die hebräische Ausdrucksweise stark von Bildern und Parallelismen. Das sind Wiederholungen, die gleiche Sachverhalte und Aussagen durch andere Worte machen und dadurch nochmals bestärken. In den Psalmen findet man zahlreiche dieser Parallelismen.

Im ersten Schöpfungsbericht des Genesisbuches wird „Gott“ oft mit „Elohim“ bezeichnet. Später bei Abram offenbarte Er sich als „El Schaddai“, der Allgenügsame oder Gewaltige, der mit ihm einen Bund eingegangen war. Der einzigartigste Name ist mit Sicherheit „JHWH“, der mit Jahwe oder seltener und fälschlicherweise mit Jehova vokalisiert wurde. (Die Juden hatten damals in ihrer Schrift keine Vokale, erst die Masoreten „vokalisierten“ sie.) Die zentralste Bedeutung wird allgemein mit "sein" oder „ich bin (da)“ wiedergegeben. Sie weist darauf hin, dass Gott einfach ist, gegenwärtig, unerklärlich, unergründlich und auf gar nichts zurückzuführen ist. Dieser Name wurde erstmals Mose beim brennenden Dornbusch in der Wüste offenbart (2 Mo 3, 14). Aus Scheu und Ehrfurcht vor Gott, seiner Grösse und Heiligkeit wurde JHWH von den Juden nicht ausgesprochen, stattdessen wurde "Adonai" gelesen. In 2 Mo 20,7, im dritten der Zehn Gebote, verbietet Gott den Missbrauch seines Namens. Was konkret damit gemeint ist, wird dann in 3 Mo 19,12 ausgesagt: „Ihr sollt nicht bei meinem Namen falsch schwören, so dass du den Namen Gottes entweihst.“

Die Häufigkeit der Gottesnamen und des Gebrauchs sagt deshalb noch nichts über die Intensität einer Gottesbeziehung aus. Nicht jeder, der viel von Gott redet, steht ihm auch wirklich nahe. So kommt z. B. im Buch Esther kein Name für Gott vor, obschon der Inhalt viel über das Vertrauen und die Abhängigkeit gegenüber Gott aussagt. Gott ist letztlich so anders, heilig und unverfügbar, dass er nicht mit unserem Verstand zu fassen und mit menschlichen Worten zu beschreiben ist. Er ist und bleibt für uns der Unsichtbare, Verborgene und Unaussprechliche. Darum ist auch Jesus Christus, Gottes Sohn, gekommen als Mensch, um den unsichtbaren Gott zu offenbaren ihm ein Bild und Gesicht zu geben (Joh 17,6). Paulus nimmt dieses Ereignis in seinen Briefen auf, insbesondere im 2. Korintherbrief.

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