Donnerstag, Juni 09, 2016

Larry Siedentop: Ein neues Regierungsmodell

17. Zentralisierung und das neue Gerechtigkeitsgefühl: Das Papsttum entwickelte sich von 1050 bis 1300 von einer passiven Autorität zu einer aktiven Macht mit funktionierender Bürokratie. Es wurde zur ersten und letzten Instanz in Rechtsfragen. 1132 bis 1312 fanden sieben ökumenische Konzile statt. Kirchenrecht regte das philosophische Denken an und trug zur Abspaltung von der Theologie bei. 18. Die Demokratisierung der Vernunft: Der Amerikaner Harold J. Berman habe am besten beschrieben, wie sich das Papsttum im Mittelalter verändert hatte. Der moralische Status wurde zur sozialen Rolle; Gleichheit wurde zu natürlichem Recht für das dialektische Denken. Abaelard (1079-1142) hat mit seinem Werk „Sic et Non“ den theoretischen Analyserahmen festgelegt. Petrus Lombardus (1095-1160) hat mit „Sentenzen» eine systematische Theologie vorgelegt. Individuelles Handeln wurde zur Basis des Naturrechts. 19. Auf dem Weg zum Nationalstaat: Alle Menschen haben von Natur aus Rechte, Gleichheit und Gerechtigkeit sind universell. Das entspricht dem kanonistischen Denken, das sich aus griechischer Philosophie und christlichen Moralvorstellungen gespiesen hat. In der gregorianischen Reform wurde die Kurie in gesetzgebende, gerichtliche und administrative Bereiche aufgeteilt. 20. Aufruhr der Städte: Das Stadtleben erwachte erneut im 11. und 12. Jahrhundert, besonders in Italien, Südfrankreich und Katalanien. Vorher war es unsicher und zu ungeregelt gewesen. Es entstanden Marktplätze mit Handwerkern und Kaufleuten, Zünfte und Hansen wurden gegründet. In den Städten gab es Aufstände gegen die Feudalherren, und die Städte wurden zunehmend zu autonomen Rechtsgebilden, ein Bürgertum mit politischem Willen entstand.

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