Sonntag, Oktober 14, 2012

Unsere zwei Lebensaufgaben

Letzte Woche habe ich im Campo Rasa im Centovalli (Tessin) mit meiner Frau und zwei lieben Freunden einen Enneagrammkurs geleitet. Es war wieder einmal intensiv und äusserst lehrreich. Wir haben gelacht, es wurde geweint und viele wurden getröstet. Schön ist auch, dass man sich selbst und das Enneagrammsystem relativieren kann. Deutlicher als sonst ist mir die Entstehung des Musters klar geworden. Es hat viel mit unserer ersten Lebensaufgabe zu tun, die der Entwicklung der eigenen Persönlichkeit dient. Sie dauert normalerweise bis in die Zwanzigerjahre. Am Anfang werden wir ungefragt auf die Welt "geworfen". Unsere Gene und potenziellen Begabungen treffen auf eine konkrete Lebenssituation, die wir auch nicht auswählen. Unser unbändiger Lebenswille und die starke Lebenskraft lassen uns zunehmend für uns selbst sorgen. Wir wählen unbewusst (Ueber)lebensstrategien, entwickeln damit ein Muster (eines von neun) und werden einmalig und zugleich einseitig. Das ist gut so und muss so sein, es gehört zu unserem Menschsein. Wir verstecken unsere unsicheren und schwierigen Anteile wie Adam und Eva sich versteckt hatten und ihre Scham mit Tierfellen bedecken liessen. Als ausgewachsene, einseitige und einmalige Persönlichkeit ist es unsere Aufgabe, zunehmend Grenzen, Schwierigkeiten und Schwächen zu erkennen, zu akzeptieren und zu bewältigen. Häufig nur unter Druck und gegen Widerstand lassen wir Weiterentwicklung, Veränderung, Verwandlung und Erlösung durch Jesus Christus zu. Das ist unsere zweite, andauernde Lebensaufgabe.

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