Dienstag, September 20, 2011

Offenbarung von Jesus Christus (durch Johannes)


Dieses Jahr habe ich mich näher und tiefer mit dem biblischen Buch der Offenbarung beschäftigt, das nicht gerade zu den einfachsten gehört. Doch ich meine, dass es gute Gründe dafür gibt, sich damit zu befassen und es ernst zu nehmen:

Warum:
Weder Ignoranz noch übertriebenes, ängstliches Beachten und wörtliches Verstehen wollen ist die richtige Haltung zur Offenbarung, sondern ein sachgemässes, kontinuierliches Eintauchen in die Apokalypse. Sie stellt eine damals verbreitete, aber uns fremde Textform dar, die stark einer Profetie ähnelt und doch auch Unterschiede dazu aufweist. Diese gilt es zu entdecken, denn Gott möchte uns hineinnehmen in seine Absichten, uns seine Geheimnisse jetzt schon teilweise enthüllen und uns seine Grösse und Macht zeigen. Das vermittelt uns den richtigen Blick und führt uns in die Anbetung Gottes und des "Lammes", die im Buch der Offenbarung bereits präzise vorgezeichnet sind!

Was:
In der Offenbarung enthüllt Gott teilweise seine Wirklichkeit, seine Macht und Herrlichkeit. Mit dem Begriff „Himmel“ wird Gottes umfassende Wirklichkeit bezeichnet, dort wo Gott „wohnt“ und wo die Gemeinschaft mit ihm vollständig und ungetrübt ist, wo wir ihn einmal „von Angesicht zu Angesicht“ sehen werden können, was uns überwältigen wird.

Wie:
Die Offenbarung ist und bleibt mehrdeutig und vielschichtig zu betrachten und zu verstehen, sofern man ihr gerecht werden will:
1. geschichtlich (dominantes römisches Reich mit seinem zunehmenden Gottkaisertum, speziell bei Nero 54-68 & Domitian 81-96; Eroberung & Zerstörung Jerusalems 70 & 135; Zerstörung Pompeijs 79nChr)
2. zeitgeschichtlich(e Vorgänge heute)
3. endzeitlich (Wir sind bereits seit der Auferstehung Jesu in der Endzeit, denn es ist die Zeit zwischen Erlösung und Neuschöpfung!)
4. bildgeschichtlich (Allegorien, Bilder und Ideen, Illustrationen, die zu deuten sind)

Wer:

Die Personen werden sehr bewusst genannt und ihnen werden bestimmte Tätigkeiten zugeordnet, die genau zu beachten sind. Es besteht eine klare hierarchische Ordnung, bei der Gott zuoberst ist, dem alle Macht und Ehre gehört. Er tritt aber zugunsten von Jesus, dem Menschensohn und dem Lamm, mehr in den Hintergrund und übergibt diesem die sichtbare Macht im Ablauf und Zeitgeschehen. Erst am Ende wird seine Grösse und Herrlichkeit erneut sichtbar für die, die ihn schauen werden.

Wo:
Auf der Erde und im Himmel! In den ersten drei Kapiteln spielt sich vieles in der römischen Provinz „Asien“, der heutigen Westtürkei ab. Diese war damals eine wichtige Drehscheibe für den Austausch und Handel von Ost nach West (und teilweise umgekehrt). Zudem war sie Ausbildungs- und Produktionsstätte, die auch zu ideellem, materiellem und religiösem Reichtum, Wohlstand, Selbstbewusstsein und Macht beitrug.
Erst ab Kapitel vier wird eine Tür am Himmel aufgetan, wir erhalten also einen begrenzten Einblick in die göttliche Welt, die uns sonst nicht zugänglich ist!

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