Samstag, April 15, 2017

3. Inspiration, das hörende Herz

Im dritten Kapitel, auf den Seiten 81-184, beschreibt Schleske die vier Wege der Erkenntnis: Ratio, Empirie, Intuition und Inspiration. . . . Alle diese vier Wege haben ihre Berechtigung, denn es ist mehr die Frage, welche Liebe wir haben als welchen Weg wir gehen. Ratio kann denkende und fragende Liebe sein; Empirie forschende und handelnde Liebe, die immer wieder aufsteht und nicht aufgibt. Intuition sei erfahrende und spürende Liebe; Inspiration dagegen prophetische und empfangende Liebe und ein Wunder der Gottesgemeinschaft. . . . Nichts sei praktischer als eine gute Theorie, habe Tódor Kámán gesagt. Gute Wissenschaft ist für Schleske stets ein Lobpreis der Weisheit Gottes (Seite 86). Wesentliches bleibt Schleske im Geigenbau bei Messungen jedoch verborgen. Es sei wichtiger, etwas Gutes zu schaffen, als unentwegt mit sich zufrieden zu sein; denn man kann seine Seele nicht durch Zufriedenheit, sondern (nur) durch Dankbarkeit schützen (Seite 93). Intuitives Erkennen und Kreativität können durch Ängste und Sorgen zerstört werden. Nichtwissen kann sowohl zu Vertrauen als auch zu Verzweiflung führen (Seite 101). Ein vertrauendes Herz sei ein Resonanzkörper für Gott; und Gott erlaubt, dass wir ihn durch die Resonanzen unseres Glaubens färben dürfen (Seite 104). Gott offenbare sich dem Suchenden, er spreche zum Hörenden, und er bezeuge sich durch den Liebenden (Seite 105). Manchmal hätten wir gar eine Betäubung durch Wissen, dann bräuchten wir die hörende Leere, eine in den Himmel hineinhorchende Stille (Seite 112). Es gehe oft weniger darum, was theologisch richtig ist, als was in Gottes Augen aufrichtig sei (Seite 146). Nach Teresa von Avila sei der Weg zur Heiligkeit keine von mystischem Himmelslicht überstrahlte Strasse, sondern der alltägliche Trampelpfad unserer Ängste und Frustationen. Er wolle mit ganzer Seele beten lernen, nicht nur mit den guten und frommen oder unterwürfigen, sondern auch mit den queren, sorgenvollen, bitteren, schmerzlichen und ängstlichen Gedanken und Gefühlen. Unser Glaube sei oft so mutlos, weil wir uns Gott nicht zumuten. Weil wir uns nicht zumuten, wie wir sind, hören wir die ermutigende Stimme Gottes nicht; denn wir hören, wem wir gehören (Seite 162-164).

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