Mittwoch, November 24, 2010

Ist Glaube schön?

Heute bekam ich das neue "BART. Magazin für Kunst und Gott" zugeschickt, weil das deutsche "respect" eingehen wird, schade! Darin hat mich besonders der Essay von Adrienne Dengerink Chaplin angesprochen. Auf wenigen Seiten stellt die englische Philosophin den Zusammenhang zwischen Schönheit und Gotteserfahrung her.
Thomas von Aquin, den sie eingangs als Referenzpunkt erwähnt, war da (leider) distanzierter, als er sagte: "Schönheit ist, was beim Anblick gefällt".
Der verstorbenene katholische Theologe Hans Urs von Balthasar beschäftigte sich in den Sechzigerjahren intensiv mit einer theologischen Aesthetik und meinte: "In einer Welt ohne Schönheit verliert auch das Gute seine Anziehungskraft."
Chaplin zeigt auf, dass bereits die Hebräer diese ganzheitliche Aesthetik kannten. Denn ihre Wahrnehmung war dynamisch, körperhaft und umweltbezogen. Das war weit mehr als nur ein schöner Anblick, an dem vor allem die Griechen Gefallen gefunden hatten. Schönheit ist etwas Anziehendes, das intensives Verlangen weckt. Dieses Verlangen kann nur sinnvoll gestillt werden, wenn Schönheit mit Wahrheit, Güte verknüpft und dann in einem lebendigen Kontext erfahren wird.

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