Sonntag, Januar 13, 2013

John Hattie: Was Lernerfolg fördert

John Hattie? Diesen Namen hatte ich schon vor einigen Jahren gehört. Erneut habe ich von ihm in "Die Zeit" 1-2013 gelesen. Der neuseeländische Bildungsforscher, 1950 in Auckland geboren und im australischen Melbourne lehrend, ist heute die Kapazität, wenn es um gesicherten Schul- und Lernerfolg geht. Denn er hat nicht einfach neue Thesen aufgestellt, was gute Lehrpersonen besser machen, sondern er hat dies vor allem im englischsprachigen Raum akribisch erforscht und überprüft. Für sein erstes Buch hat er etwa fünfzehn Jahre geforscht, Tausende von Studien angeschaut und Material zusammengetragen und ausgewertet. 250 Millionen Schüler waren an seinen Untersuchungen beteiligt. Dabei ist einerseits Altbekanntes andererseits Erstaunliches herausgekommen: Sehr hilfreich für gutes Lernen sind gemäss Hattie: - Lehrerfeedback (Die Lehrperson holt regelmässig Feeback ein über ihren Unterricht) - problemlösender Unterricht (Klare Vorgehensweisen und erreichbare Lernziele) - fachspezifische Lehrerfortbildung - Leseförderung (für leseschwache Schüler) - Vertrauensverhältnis zwischen Lehrperson und Schüler. . . . . . . . . . Hilfreich sind: - regelmässige Leistungstests (besser kleinere und häufigere als grosse und seltenere!) - vorschulische Fördermassnahmen - lehrergeleiteter Unterricht - Zusatzangebote für starke Schüler. . . . . . Schädlich sind: - "Sitzenbleiben" des Schülers - viel Fernsehen - lange Sommerferien. . . . . . . . . . . . . . . . . . Daneben hat Hattie durch die vielen Studien herausgefunden, dass es Parameter gibt, die eher unwesentlich sind für den Lernerfolg der Schüler: Schulsystem, Klassengrösse, Finanzen, Gebäude, Einrichtungen, Hilfsmittel, Methodenvielfalt und Hausaufgaben. Und das ist doch überraschend und lässt aufhorchen. So wäre es sehr vorteilhaft und wünschenswert, wenn Bildungspolitiker, Schulleiter, Lehrpersonen und Eltern von seinen Erkenntnissen profitieren und Nutzen ziehen würden.

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